friesische kleinigkeiten

04.08.16 dornumersiel – norddeich – greetsiel – groothusen – rysum – knock -70 km

wind in stärke 7  aus südwest zerrt an den rädern, muskeln und nerven. nach 25 kilometern müssen wir in norddeich erst mal pause machen und auch den ersten guss des tages im trockenen bei kaffee überstehen. jetzt wissen wir, warum friesland so viele blödelschwätzer hervorbringt (zum beispiel otto aus emden): der wind pustet das hirn leer….

der nachmittag dann bringt zwar mehrere güsse, aber viel sanfteren wind. wir gondeln statt langweilig am deich durch die hübschesten friesischen dörfer. da ist zuerst greetsiel mit der krabbenkutterflotte im hafen.

in groothusen ist die osterburg zu sehen, 1490 vom friesischen häuptling beninga erbaut.von der hanse zerstört, als der häuptling mit den piraten gemeinsame sache machte. heute die letzte erhaltene von drei burgen, in der hand der 23. generation der familie. das burgcafe hat sehr leckeren kuchen und ostfriesischen tee mit kluntjes und sahne.

loquard ist winkel um winkel ein bezauberndes dorf. die kirche, all die klinkerhäuser, die töpferstube, in der vögel getöpfert werden, die gärten, der kanal kit den wasserlinsen, und dann gehts links in den „rechten weg“ und rechts in den „amtsweg“…. hmmm….

rysums kirche beherbergt eine der ältesten spielbaren orgeln nordeuropas, von meister harmannus 1457 erbaut (1960 restauriert). wow. eine reihe der kirchen hier ist streng reformiert, ohne chorraum, kanzel und abendmahlstisch (kein altar!) in der  mitte der kirche. die dorfstrassen ordnen sich im kreis um die kirche, eine windmühle ergänzt das bild.

beglückt mit ostfriesischer landidylle schliessen wir auf dem knack-camping.

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orgel aus dem 15. jahrhundert in rysum
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osterburg in groothusen
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greetsiel

 

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nordseealltag

03.08.16 jever – carolinensiel – esens – dornumersiel – 64 km 

am vormittag klären wir die restlichen handyprobleme, besuchen outdoor- und buchladen, dann gehts los. über land, am deich.

heute müssen wir etwas zum thema regen erklären: also. es gibt sehr feinen nieselregen, feinen nieselregen, nieselregen, regen, starkregen. alles haben wir heute gehabt. dazu wind von vorne oder/und von der seite. aber der wind zwischendrin, wenn es nicht regnet, trocknet alles ganz schnell wieder. fürs mittagsvesper finden wir eine bushütte, inklusive schwalbennest mit regem fütterungsverkehr. also alles gut.

auf dem campingplatz am dornumersiel erwischt uns dann der starkregen genau in dem augenblick, als wir anfangen, das zelt aufzubauen. einmal klatschnass von oben bis unten. das musste sein. der wind bläst nachher ja alles trocken. am abend sonne.

bitte: wer mit eva über whatsapp verbunden ist, möge sie neu anklicken – ausser familie – da viele kontakte verloren sind. die nummer ist dieselbe.

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ostfriesischer bauernhof
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carolinensiel
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so siehts überall in den orten aus – wovor wir fliehen

 

 

verloren in friesland

02.08.16 dangast – wilhelmshaven – fedderwarden – jever – 52 km

heute ist frusttag: eva hat ihr handy verloren. in wilhelmshaven kann der mensch im laden nicht helfen, hat keine ersatz-simkarte! wir radeln weiter nach jever, aber auf dem kürzeren weg, mal wieder „über land“, an misthaufen und kühen, wiesen und feldern, höfen und kanälen vorbei.

auf einmal ein schild: achtung, „bosseln“, über 5 kilometer. „bosseln“ ist sozusagen strassen-bocchia, man wirft eine schwere kugel über eine längere distanz, auf der strasse, und muss das ziel mit möglichst wenig würfen erreichen. wir kennen das von kranenburg, dorfbosseln, immer einer gruppe mit kugel, leiterwagen, schnapsflasche ausgestattet, gegen andere gruppen, einmal rund ums dorf… kurz danach sehen wir auch schon die bosselnden männer, sie sind auf trainingstour, mit säckchen und langen stangen mit körbchen vorne dran, um den ball aufzusammeln, wenn er ins gebüsch gerollt ist.

in jever bekommt eva ein neues handy und zeit zum installieren. die juhe ist voll. pension „am elisabethufer“ mit stockrosen vor dem haus und englischen gepflogenheiten: wasserkocher und alles für tee oder kaffee dabei. super!

jever ist die stadt mit dem bier.

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gebosselt wird auf der strasse
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jever-brauhaus

regendusche und solebad

01.08.16 bremerhaven – sandstedt – övelgönne – jade – varel – dangast – 75 km

wir verlassen bremen durch den fischereihafen und das angrenzende industriegebiet mit vielen fischkontoren. auch bei „frosta“ kommen wir vorbei.

die weserfähre ist ausser betrieb, der busersatzverkehr kann nur drei fahrräder mitnehmen. da radeln wir einfach ein stück die weser rauf, bis sandstedt und nehmen dort die fähre. kürzen dann ab, gondeln ein wenig über land. övelgönne ist ein nettes dörfchen – da kommt der erste regen. wir schaffen es noch zur schutzhütte im „bürgergarten“, puhhh. beim zweiten guss einige kilometer weiter retten wir uns unter einige grosse kastanien. unsere tierische ausbeute heute neben den kühen, staren, gänsen, möwen: sieben störche und eine kleine schar ganz weisser silberreiher, die hatten wir noch nie zuvor. sogar auf dieser nebenstrecke begegnen uns andere reiseradler. einer mit einer pilgermuschel vorne dran, aufschrift „rome“. einer mit einer kanadischen flagge hinten dran.

am vareler hafen gibts kaffee und riesenkuchenstücke. in dangast biegen wir zum strandcamping ab, bauen schnell alles auf, brausen zum edeka – und gehen dann ins dangaster quellbad, das jodhaltige sole aus 500 metern tiefe in kühl und warm bietet, dazu ein richtig heisses dampfbad. zum abendessen gibt es zum erstenmal und ausnahmsweise dosenravioli, andreas‘ lieblingsdosenfrass. er guckt danach schon ganz glücklich…

manche von euch rechnen aus, dass wir nun bald am ende und wieder zuhause wären. es kommt aber noch ein stück deutschland, die niederlande mit vielleicht einigen inseln und ein stück belgien. nebenbei überlegen wir schon, welche routenoptionen wir dann haben: an der marne entlang, nach paris, quer durch belgien nach aachen? oder ein ferienhaus auf pellworm? oder…?