stilles tal und grossstadt-ride

27.06.16 stenungsund – jorlanda – kungälv – göteborg – 60 km

heute haben wir kontrastprogramm: ab jorlanda windet sich eine kleine singleroad ein langes stilles tal hinauf, durch felder und mischwald, versteckte seerosen-seen und vereinzelte gehöfte und sommerhäuser. am wegrand leuchten uns walderdbeeren entgegen, rot und süss (eva kann die armen erdbeerchen doch nicht einfach alle hängen lassen). dann geht es weiter am göta-älv, sein wasser fliesst breit durch die wiesen. der kontrast: die letzten 15 km bis göteborg immer an der E6 und E45 entlang. zwar auf der alten landstrasse oder auf radwegen, aber der verkehr braust, einkaufszentren, industriegebiete, autohöfe… wann hatten wir sowas zuletzt? gleich am anfang kommt natürlich ikea, wir überlegen, ob es drinnen anders ist als in deutschland? aber wir schauen lieber nicht nach. eines muss man sagen: die radwege sind breit, in der regel zweispurig ausgebaut, die beschilderung ist exzellent, auch die umleitung wegen einer grossbaustelle ist durchgehend gut sichtbar beschildert. wir finden ohne probleme zum lisebergby camping, der sehr voll ist, aber auch für uns noch ein plätzchen frei hat. von hier werden wir morgen schnell mit der strassenbahn in der stadt sein.

heute mal ein kleiner exkurs zum thema geld: hier in schweden ist bargeld total unpopulär. man wird bei einer kugel eis gefragt, ob „card or cash“. man steckt in der toilette die ec-karte rein, ebenso beim parkautomat oder ticketautomat bei der fähre. oder man zahlt übers handy. es gibt da gar keinen bargeldeinwurf mehr. im supermarkt kann man am eingang einen handscanner nehmen und (wenn man registriert ist) scannt jede ware beim reinlegen in den einkaufswagen ein. wir wissen nicht, ob man dann noch an der kasse mit der kundenkarte zahlt oder ob es direkt vom konto abgebucht wird. das gibt es auch in norwegen. michael sagte, es ist total praktisch. auf dem campingplatz wurden wir gestern gefragt, ob wir die quittung aufs handy haben wollen (wir hatten bar bezahlt). in papier gibt es keine mehr. auch die kirchen haben anscheinend einen „kollektomat“. (wir haben noch keinen gesehen, viele kirchen sind zu, wenn wir ankommen.) „swish“ ist eine app der banken, mit der man geld direkt smartphone des anderen gutschreibt. fast die hälfte der schweden hat die app. hmmm. ausgeschlossen ist, wer kein konto hat. flüchtlinge zum beispiel. oder obdachlose. also wie so oft: die ärmeren randgruppen sind aussen vor.

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