norge zeigt seine schönste seite

31.05.16 fana – osoeyro – haljem – sandvikvaag – litlaboe – leirvik – 69 km

am morgen verabschieden wir uns von michael. es war eine wunderbare zeit bei ihm, wir wurden so selbstverständlich aufgenommen, lecker bekocht, und haben uns nach strich und faden verwöhnt gefühlt. vielen vielen dank, lieber michael!

wir starten statt über den berg auf dem bahnradweg am kalandsvatnet entlang, dann an der E39 bis osoeyro, wo wir wieder auf den nscr stossen. wir fahren im niesel, dann im regen in voller montur, aber es ist einfach schön. wir sind immer noch von der üppigen flora überwältigt. die wälder, die blühenden wiesen, die flieder- und rhododendronbüsche, dazu die seen und im hintergrund die berge. auf der fähre von haljem nach sandvikvaag über den fjord klart der himmel auf und die sonne kommt raus.

die strecke von sandvikvaag nach leirvik ist einfach nur herrlich: berg – in der ferne auch schneebedeckte -, wald, felsen, fjord und seen. überall strömt das wasser die berge herab, rieselt an den felsblöcken herunter, bildet kleine wasserfälle. wir fühlen uns phasenweise in den killarney provincial park, unseren kanadischen lieblingsnaturpark, versetzt, nur dass wir diesmal nicht kanu fahren, sondern alles vom rad aus erleben. wir haben heute die kurzen hosen und shirts rausgekramt, der schweiss läuft in strömen… wir brausen die ganzen herrlichen abfahrten hinunter (dazwischen gehts auch immer kräftig hoch, aber das stört keinen grossen geist, wie karlsson vom dach sagen würde). der sponavik camping liegt sehr schön mit ausblick auf fjord, berge und dem badestrand. ein nachbar bringt uns gleich mal stühle und tisch – und wechselt uns geld für die dusche. was für ein segen!

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shoppen und kirchenbesuch

31.05.16 fana – bergen – fana

heute besichtigen wir die stabkirche in fantoft. eine stabkirche ist sozusagen ein umgedrehtes wikingerboot, ganz aus holz. innen die „stäbe“, die von unten bis oben durchgehen, aussen eine zweite wand, sodass ein umgang entsteht, und geschmückt mit drachen und anderen abwehrzaubern gegen dämonen.  fantoft ist leider nicht mehr original, da sie abgebrannt ist (black metal brandstifter) und 1997 rekonstruiert.

dann ist einkaufen dran: neue kartuschen, die nicht ins flugzeug durften, ersatz für weggeworfene radhosen, überschuhe, lebensmittel usw. andreas geht mal kurz zum friseur zur rundumschur. wir durchqueren dabei die innenstadt dreimal hin und her. umpacken, bremsbackenwechsel, schuhe imprägnieren und ähnliches beschäftigt uns. und michael verwöhnt uns wie schon die letzten beiden abende nach strich und faden, heute mit lachs

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mit unserem gastgeber michael

fisch, floeyen, friluftswetter

29.05.16 fana – bergen -fana

ausschlafen, ausgiebiges frühstück mit karamelisiertem ziegenkäse, dann radeln wir zur stadtbahn und fahren nach bergen. sonne, alles glänzt, es ist richtig richtig warm, die stadt wimmelt. wir bummeln durch die stadt, am hafen grosse kreuzfahrschiffe, ein dreimastsegler, viele kleine yachten. bryggen, das ist das alte hanseviertel am hafen, heute weltkulturerbe: eine ganz eigene atmosphäre, kleine galerien und kunsthandwerkläden. am fischmarkt leckere meeresfrüchte. mit der zahnradbahn fahren wir auf den floeyen, einen der 7 berge bergens. von oben haben wir – äh, nicht nur wir, wir sind irgendwie überhaupt nicht allein, das sind wir gar nicht mehr gewöhnt – also von oben haben wir einen genialen blick auf die stadt, ihre berge, fjord und inseln. soo viele kinder haben wir schon wochenlang nicht gesehen. am ende sind wir ganz k.o…. heute abend bekommen wir „faarikaal“, ein traditionelles norwegisches gericht mit lamm, kohl und kartoffeln, das norwegische irish stew.IMG_20160529_125412.jpg

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milka auf wolkensahne

28.05.16  sumburgh – bergen airport – fana – 364 km luft & 14 km rad

die leute im sumburgh airport sind alle sehr nett, als wir mit der menge gepäckstücke und den rädern ankommen, besorgen uns sogar plastikmülltüten, mit denen wir die ketten abdecken können, keine probleme mit den vielen packtaschen. wir steigen in einen lila milka-flieger, saab 430 für 36 passagiere, und heben uns über die weisse wolkendecke. nach einer stunde sind wir in „norge“, es regnet natürlich! wir bauen die räder zusammen, satteln auf und radeln los: was für eine explosion an grün! bäume, fliedersträucher, üppige farne, uns gehen die augen über nach wochenlanger kargheit, baumlosigkeit, brauner heide. es geht rüber nach fana, zu michael (ehemaliger student meines vaters), der uns gastfreundlich aufnimmt. ein schwäbischer abend, reden über gott und die welt, wir werden bekocht…. luxusfeeling.

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entdeckung der langsamkeit

27.05.16 sumburgh head

achtung: schaut euch auch die leztzten 3 tage nochmal an, da sind jetzt noch ein paar bilder dabei!

gestern abend um 10 ist eva noch kurz entschlossen auf einen nacht-trip mitgegangen, mit einsr mitbewohnerin bei betty mouat. von sandwick aus mit dem boot zur insel mouat, ein kurzer trip. ein nachtspaziergang über die insel zum über 2000 jahre alten broch, das ist ein hoher steinturm mit einer doppelmauer. überall in den steinmauern und auch unter den steinen am strand nisten sturmschwalben, kleine schwarze vögel, die nur zum brüten an land kommen und in der dämmerung wie fledermäuse um den broch schwirren: sehr schnell und lautlos. wir stehen atemlos und starren mit grossen augen. nur das zirpen aus den mauernestern ist zu hören, und nebenan eine bekassine, die ihren balzruf, der mit den flügeln erzeugt sird, „flötet“. weit nach mitternacht fallen wir ins bett.

den freitag widmen wir noch einmal der langsamkeit: radeln zum sumburgh head, schauen erstmal den puffins (papageientauchern) zu, die sich heute vermehrt zeigen. dazu die grosse raubmöwe (skua), die lummen, auch schwarze mit knallroten füssen (sieht witzig aus), alle möglichen möwenarten, lachmöwen, silbermöwen, kiitiwakes, eissturmvögel, austernfischer,  ein seeotter usw. wir spazieren auf dem cliffwalk zum jarlshof, einem ausgrabungsgelände, das verschiedene phasen der besiedlung zeigt: neolithische und bronzezeit-häuser, eine wikinger-farm, ein bauernhof des mittelalters, ein hof des 17. jahrhunderts. mittagsvespwr an den klippen, dann nochmal birdwatching. wir besichtigen den leuchtturm, die alte radarstytion des 2. weltkriegs, die maritime ausstellung.

wir haben festgestellt, dass radfahren manchmal viel zu schnell ist, um die wunder dieses lebens wahrzunehmen – auf die schnelle findet man keinen puffin, übersieht die robben und auch die vielen bunten blümchen….

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jarlshof, wheelhouse, 800 v.chr.

süd-spitze: spitze!

26.05.16 levenwick – sumburgh head – 24 km

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robbensuchbild für katharina
sumburghhead flughafen
sumburghhead flughafen

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früh morgens ein gang aufs klo, es ist schon hell, die sonne geht auf – ein blick auf die uhr sagt uns, es ist kurz nach drei! abends wird es nicht vor elf dunkel, äh, da schlafen wir immer schon längst…  am vormittag eine wunderschöne fahrt auf der ostseite der insel, am spiggie-loch vorbei, in einer kleinen bucht eine robbenkolonie. bizarre felsen, grüne wiesen, hier wird noch torf gestochen. wir passieren den 60. breitengrad. die kühe kommen schnell zum zaun, damit sie nichts verpassen, wenn wir vorbeiradeln. noch schnell was eingekauft im mainland shop, und schon sind wir an betty mouat’s camping-böd: das ist ein altes cottage, einfach eingerichtet, mit stockbetten, kleiner küche, kaminfeuer, ganz im süden von shetlands. haben wir in lerwick im amenity trust schnell gebucht. direkt neben einer kleinen ausgrabungsstätte und wunderschöner natur – und dem flughafen. um hinzukommen, führt die strasse durch den flughafen hindurch über die landebahn. wenn ein flugzeug landet, leuchten rote lichter, die schranke geht zu, wie bei einem bahnübergang… funny…

den sonnigen blauhimmligen nachmittag verbringen wir direkt auf der südspitze der insel, auf sumburgh head im naturreservat, beobachten allerlei möwen, shags, guillemots, auch ein paar puffins, die kurz aus ihren nisthöhlen rauskommen, um sich zu strecken und dann schnell wieder verschwinden. endlich ist das fernglas im vollen einsatz. können uns nicht sattsehen am glitzernden blick über das meer, in alle richtungen. das cafe mit rundumblickfenstern ist zum verlieben – und hat w-lan, dank dessen ihr jetzt lesen könnt.

auf und nieder

25.05.16 lerwick – levenwick – 32 km

wir hatten uns vorgestellt, auf der fähre gemütlich zu schlafen und dann fröhlich auf shetlands loszuradeln – leider hat uns das meer einen strich durch die rechnung gemacht. eva hat vier stunden halbwegs durchgehalten, dank nux vomica, aber dann hat die seekrankheit zugeschlagen – katharina, du kannst das nachfühlen, wenn man wünscht, dass es einfach nur aufhört. auch andreas hat zu kämpfen. die fähre schwankt und ruckt, ein endloses auf und nieder. am morgen schleppen wir uns von der fähre und ins erste offene cafe in der stadt. nach 1 1/2 stunden mit zwei tassen tee kann eva wieder den kopf heben und weiterradeln.

der wind wehr sehr kräftig richtung süden – und da fahren wir auch hin, alles andere ist sinnlos. wieder auf und nieder, aber mit dem wind im rücken geht’s problemlos bergauf mit 17 km/h und bergab im rausch mit 62 km/h. man muss nur immer auf die heftigen seitewindböen gefasst sein.

shetland, das sind grünfelsige bergrücken, keine bäume, schroffe kliffs und kleine helle sandstrandbuchten. endlich nicht nur graue steinhäuser, sondern farbige fassaden. da merkt man den norwegischen einfluss. shetlands gehörten bis zu norwegen. beim kommunalen camping in levenwick machen wir schluss, waschen die stinkigen klamotten und uns selber, geniessen den grandiosen ausblick, machen einen spaziergang hinunter zur sandstrandbucht. langsam kommt die schlaflose harte nacht wieder zum tragen. eva ist ziemlich schlapp…

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