halbzeit!

30.06.16 asa – varberg – 45 km

upps, schon sind drei monate um – wo sind sie geblieben? sie sind rasend schnell vergangen. zugleich haben wir soo viel geschehen und erlebt, dass es uns endlos lang erscheint – unsere abfahrt in bietigheim? das war in einer anderen zeit… und wir haben jetzt nochmal so lang! wir freuen uns drauf und haben ehrlich gesagt kein bisschen heimweh.

ansonsten war der halbzeittag heute bescheiden. das wetter: regen mit gegen- oder seitenwind. die radstrecke eine weile am meer lang, eine weile an der eisenbahn lang, eine weile durch riesige getreidefelder, besonders die gerste wogt so schön van-gogh-mässig. auch der vvfv (verein zur verhinderung des fahrradverkehrs) war heute wieder am werk: diesmal versuchte er uns mit neuen und zahlreich aufgestellten radwegschildern auf um- und abwege zu führen. und das bei heftig herangewehtem nieselpiss. wir waren in jeder hinsicht „angepisst“. sind bald auf die „alte“ hauptroute zurückgekehrt, dank app-hilfe. kurz vor varberg das vogelschutzgebiet getterön, in einem gebiet, das ganzjährig eisfrei bleibt und deshalb bei den vögeln sehr beliebt ist. im besucherzentrum naturum futtern wir öko-lasagne und gucken durchs fernrohr. ausser möwen, enten, austernfischern und graugänsen natürlich sehen wir in dieser gegend auch einige uferschnepfen mit den charakteristischen langen geraden schnäbeln und säbelschnäbler mit nach oben gebogenen schnäbeln.

dann einradeln in varberg. zuerst schauen wir bei stena line vorbei und kaufen fähretickets. dann an der uferpromenade zum apelviken camping. es regnet schon wieder und wir mieten zur feier des tages ein appartment, eigentlich ist es eine hütte mit allem drum und dran.

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2016-06-28-sechs-monate

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viele villen, viele kilometer, viel regen

29.06.16 göteborg – fiskebäck – askim – kungsbacka – asa – 80 km

wir wursteln uns durch göteborg durch bis wir auf der route sind. dann geht es durch alle möglichen vororte, wohnviertel und hafenorte, die zum einzugsgebiet von göteborg gehören. wir nehmen die weitere route an der küste entlang. ab amundö durchquert der weg lauter schicke anwesen mit traditionellen villen oder modernen edelhäusern und entsprechenden gärten, terrassen, parks und natürlich golfplätzen dazu. wir können uns mal wieder nicht entscheiden, welches wir nehmen würden.

wir reden darüber, wie modern, gepflegt und teuer schweden und norwegen sind. und wie viel geld die schweden und norweger haben müssen. gestern abend in göteborg, da lässt man beim abendessen locker 100 euro liegen und hat ein glas wein getrunken. die stadt ist voller lokale und alle waren voll, am dienstag abend. im vergleich erscheint england mit seinen alten häuschen, magerem wasserdruck, prekären vierteln, kaum innovativer architektur viel ärmer. auch die campingplätze sind nicht so gut ausgestattet, die lokale einfacher.  wir verstehen nicht, dass sie aus der eu rauswollen…

am nachmittag fängt es mit trägem nieselregen an. langsam regnet es sich ein. wir machen in kungsbacka am grossflächigen marktplatz kaffeepause. dann besuchen wir fjäras bräcka, ein naturreservat mit einem naturpfad und quellen und mit „li gravfält“, einem gräberfeld aus der eisenzeit mit lauter aufgerichteten steinen.

schliesslich erreichen wir asa camping. aufbauen. einkaufen. duschen. in der netten küche mit tischen kochen. futtern. sitzen. den tag ausklingen lassen.

göteborg

28.06.16 göteborg

nachdem bruce springsteen sein konzert um die ecke beendet hat (wir durften mithören!), die mädels im zelt links von uns die halbe nacht hindurch mit den jungs im zelt rechts von uns geschäkert haben und nicht aufhören konnten zu kichern, stehen wir frohgemut auf und fahren mit der tram in die stadt.

eine bootstour durch kanäle und hafen steht an. der hafen von göteborg ist der grösste in ganz skandinavien. von hier sind in der 2. hälfte des 19. jahrhunderts 1,3 millionen schweden (von damals 3,5 mio einwohner) nach amerika ausgewandert. bis heute werden eisen, stahl und volvos exportiert. und tourismus spielt eine immer grössere rolle.

wir schlendern durch die markthalle, schauen die domkirche an. um die ecke ein in-laden mit öko-super-gesund-salatbar und smoothies jeder zusammensetzung: schmeckt auch seehr lecker und gesund und ist für leute, die auf diät sind…

wir fahren mit der tram spazieren, am botanischen garten rum, durch das viertel majorna. die bustour nehmen wir auch mit. spazieren durch die viertelatmosphäre von haga und kompensieren das mittagessen mit kaffee und kuchen. göteborg hat ein perfekt ausgebautes und beschildertes fahrradnetz. wow!

am abend nochmal essen an der markthalle. fleisch und pizza und algohool… wie gut, dass wir nicht heimradeln müssen. wir finden, göteborg hat charme und ist schön.

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stilles tal und grossstadt-ride

27.06.16 stenungsund – jorlanda – kungälv – göteborg – 60 km

heute haben wir kontrastprogramm: ab jorlanda windet sich eine kleine singleroad ein langes stilles tal hinauf, durch felder und mischwald, versteckte seerosen-seen und vereinzelte gehöfte und sommerhäuser. am wegrand leuchten uns walderdbeeren entgegen, rot und süss (eva kann die armen erdbeerchen doch nicht einfach alle hängen lassen). dann geht es weiter am göta-älv, sein wasser fliesst breit durch die wiesen. der kontrast: die letzten 15 km bis göteborg immer an der E6 und E45 entlang. zwar auf der alten landstrasse oder auf radwegen, aber der verkehr braust, einkaufszentren, industriegebiete, autohöfe… wann hatten wir sowas zuletzt? gleich am anfang kommt natürlich ikea, wir überlegen, ob es drinnen anders ist als in deutschland? aber wir schauen lieber nicht nach. eines muss man sagen: die radwege sind breit, in der regel zweispurig ausgebaut, die beschilderung ist exzellent, auch die umleitung wegen einer grossbaustelle ist durchgehend gut sichtbar beschildert. wir finden ohne probleme zum lisebergby camping, der sehr voll ist, aber auch für uns noch ein plätzchen frei hat. von hier werden wir morgen schnell mit der strassenbahn in der stadt sein.

heute mal ein kleiner exkurs zum thema geld: hier in schweden ist bargeld total unpopulär. man wird bei einer kugel eis gefragt, ob „card or cash“. man steckt in der toilette die ec-karte rein, ebenso beim parkautomat oder ticketautomat bei der fähre. oder man zahlt übers handy. es gibt da gar keinen bargeldeinwurf mehr. im supermarkt kann man am eingang einen handscanner nehmen und (wenn man registriert ist) scannt jede ware beim reinlegen in den einkaufswagen ein. wir wissen nicht, ob man dann noch an der kasse mit der kundenkarte zahlt oder ob es direkt vom konto abgebucht wird. das gibt es auch in norwegen. michael sagte, es ist total praktisch. auf dem campingplatz wurden wir gestern gefragt, ob wir die quittung aufs handy haben wollen (wir hatten bar bezahlt). in papier gibt es keine mehr. auch die kirchen haben anscheinend einen „kollektomat“. (wir haben noch keinen gesehen, viele kirchen sind zu, wenn wir ankommen.) „swish“ ist eine app der banken, mit der man geld direkt smartphone des anderen gutschreibt. fast die hälfte der schweden hat die app. hmmm. ausgeschlossen ist, wer kein konto hat. flüchtlinge zum beispiel. oder obdachlose. also wie so oft: die ärmeren randgruppen sind aussen vor.

schärenhopping

26.06.16 lysekil – skafto – orust- varekil -stenungsund – 72 km

in der nacht gab es gewitter, am frühen morgen regen, aber wir sind trocken losgekommen. als erstes mit der fähre auf die insel skafto, dann nochmal fähre auf flaton, dann wieder rüber auf orust. der wind weht uns den nieselpiss um die ohren… erst am nachmittag wird es trocken.

die schwedischen schären sind sehr idyllisch, niedlich, mit engen wasserwegen zwischen den felsinselchen, alles sehr viel lieblicher als in norwegen. viele jachten und segelboote sind unterwegs. die route geht nur sanft auf und ab. das kommt uns entgegen, wir radeln langsam, andreas‘ kreuz meckert. auf der kleinen insel mjörn ist das alte hofgut sundsby mit läden, cafe, park und ausstellung ausgebaut. wir gönnen uns kaffee und kuchen. dann wird es verkehrsreich mit staus, über die grosse tjörnbrücke (eigentlich sind es zwei brücken, eva zählt genau mit, da sie immer mit zittern und zagen über die hohen dinger fährt) nach stenungsund. wir erreichen den tollenäs camping. kaufen auch noch ein, fallen gierig über die rühreier mit schinken her. pause.

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25.06.16 lysekil

midsommarwochenende! heute war/ ist in lysekil grosses amercan oldtimer cruising. das bedeutet, dass den ganzen tag hunderte von riesigen alten amerkanischen schlitten aller baujahre durchs städtchen kreisen. hellblau, rosa, bunt bemalt, auf rost getrimmt. impala, cadillac, plymouth, ford mustang, uralt-pickups, ein kompletter krankenwagen, voll ausgestattet… auch ein opel kapitän und einige englische raritäten dabei. die motoren brummen und knattern, abgasschwaden wabern in die nase. wir wissen gar nicht, woher die die vielen autos alle haben… die fahrer teilweise passend gestylt, klamotten- und frisurmässig. und ausserdem aus etlichen wagen in voller dröhnung die richtige musik… ein schauspiel, das ganz lysekil wimmeln und wuseln lässt. wir baden in der menge. stehen oder sitzen und glotzen. die sonne brezzelt. es kommt richtig urlaubsfeeling auf.

später am nachmittag tun wir unseren rädern ein wenig reinigung an, vor allem den durchgematschten ketten…. lesen, faulenzen, spazieren zum strand. der camping ist voller cruisingteilnehmer, wir sind aus der hütte ins zelt umgezogen, die war gebucht. als die letzten leute in der nacht ihre musik, gesänge beendet haben und ins bett gegangen sind, sind sofort danach die vögel aufgestanden und haben mit ihren gesängen losgelegt…

jetzt sitzen wir in der spanischen tapasbar luna, ganz in der nähe vom camping, bei einer flasche rose (wann hatten wir den letzten tropfen alkohol?), gemütlich, spanische musik, es lässt sich sehr lecker an.

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