zwei fietser in belgien

18.08.16 zoutelande – vlissingen – breskens – oostende – middelkerke -83 km 

die letzten kilometer in zeeland, wir geniessen sie auf der dünen-radautobahn, inklusive einige steigungen, äh, hügelchen. interessant: hier gibt es „strandcamping“, schicke campinghütten direkt auf dem strand. wir stellen uns vor, wir sind die ersten und die letzten am strand, und wenn’s voll wird, gehen wir ins hinterland.

das örtchen retranchement hat ein kriegsdenkmal an einen kanadischen searganten mit seiner truppe, der hier im harten kampf um jeden meter land nach der landung in der westerschelde umkam.

dann sind wir in belgien. keine schranke, kein schild, aber wir merken es sehr deutlich: der radweg ist schlagartig nur noch halb so breit und die qualität wesentlich schlechter. an den kreuzungen rätseln wir, wie wir sie jetzt überqueren sollen. wir würden mal sagen: standard wie in deutschland. aber wir sind nun anderes gewohnt… wir können nur sagen, jede/r radfahrer/in und vor allem jede/r verkehrspolitiker/in oder städtischer verkehrswegeplaner usw. muss erst mal in den niederlanden radfahren gehen. übrigens: jetzt begegnen wir keinen anderen reiseradlern mehr…

und die belgische küste? die ist ja sehr kurz, und die belgier haben in dieses kleine stück nordseeküste, das sie haben, alles reingebaut, was nur möglich ist. da ist ein schmaler streifen sandstrand, auf dem reihenweise weiss gestrichene strandhüttchen aufgebaut sind, dann kommt eine breite gepflasterte promenade, eine strasse und dann die riesigen häuserblocks. und das geht kilometerweise so. ist ein ort zuende, kommt ein kurzes stückchen „landschaft“, dann der nächste ort und promenade. dazwischen der riesige hafen und industriegebiet zeebrugge.

auf den promenaden sind alle kreuz und quer durcheinander unterwegs: fussgänger, radler, rollstuhlfahrer, riesenkettcars, radfahrer mit seiner frau hinten im anhänger, mini-segways, und die kellner der restaurants queren mit ihren tabletts radweg und promenade von der küche zur terrasse am strand hin und her. darüber hinaus sind neben der promenade plastikspielplätze, buden und bühnen aufgereiht. „das ist der itzibitzitiniwini, honolulu strandbikini“ schallt ein alleinunterhalter von der bühne, natürlich das ganze auf holländisch. auch in oostende geht der bär ab. es ist so voll, dass man kaum mehr vernünftig radeln kann. wir sind tendenziell paralysiert und fühlen uns wie im falschen film. das ist ja nordsee zum abgewöhnen. wir sehnen uns nach pellworm zurück, in die ruhige idylle. lieber karl und marieluise, geht nicht woanders hin.

in middelkerke machen wir für heute schluss. der campingplatz hat keine so gute luft, dafür sind die duschen richtig teuer. wir lassen uns nicht drausbringen. kochen uns ein leckeres essen und chillen.

 

 

 

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Ein Gedanke zu „zwei fietser in belgien“

  1. Dürft Ihr es Euch nach deer Leistung und Überschreiten der 6000 auf dem Kilometerzähler nicht erlauben, mal ein Stück mit der Seebäder-Trambahn zu fahren. Da könntet Ihr das Grauen schön von oben betrachten. Zwischen Mainradweg und Ilmtalradweg, -also geradezu Seniorenportionen verglichen mit Eurer Tour-, grüßen Euch herzlich
    I&J

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