hier radel ich, ich kann nicht anders…

22.09.16 alsheim – worms – ludwigshafen – heidelberg – 68 km

… gott helfe mir, amen. wir haben in worms dem lutherdenkmal einen besuch abgestattet. hier hatte er seine „grosse stunde“ und sprach seine berühmten worte vor kaiser karl V., der sich nicht wirklich für ihn interessiert hat…. von hier aus ist er ins unfreiwillige exil auf die wartburg gebracht worden.

der kaiserdom ist nicht so prächtig, aber genauso geschichtsträchtig wie der aachener. besonders interessant aber ist der „heilige sand“, der alte jüdische friedhof, der älteste in europa mit über 2000 grabsteinen, die ältesten aus dem frühen 11. jahrhundert. in worms gab es die grösste jüdische gemeinde deutschlands – bis die nazis sie ausrotteten….

durch ludwigshafen radelt man über viele kilometer an der bayer ag vorbei. es gibt da nichts anderes. wir hoffen ehrlich gesagt, dass dieser moloch nicht noch grösser wird durch die einverleibung von monsanto – vielleicht hat das kartellamt ein „einsehen“?

kaum ist man über die riesige brücke nach mannheim gefahren, verzettelt man sich superleicht in den vielen verschiedenen abfahrtsschleifen unter über durch die brücke…. aber das „türkiche viertel“ mit den vielen leckeren läden ist einfach sehr lebendig. schwupps, sind wir am neckar, radeln die lange kastanienallee entlang, trotz beschussgefahr – wir haben ja helme auf. dann bietet ladenburg auf der anderen neckarseite einen schönen anblick. mit der fähre wechseln wir rüber. noch ein paar kilometer, da kommen wir an der jugendherberge vorbei. wir versuchen unser glück – und haben glück und ein zimmer. am abend sind wir in der schönen heidelberger altstadt. ach ja, heute hat uns zum ersten mal einer mit „grüss gott“ gegrüsst: heimatliche klänge.

exkurs: vom grüssen. die engländer und schotten grüssen immer und alle, fast ausnahmslos. sehr freundlich. man sagt nicht nur high, sondern „hai -jjaaa“. keine ahnung, was es bedeutet, aber wir haben es schnell gelernt. vielleicht eine superverkürzung von „high, how are you“? die norweger sind etwas zurückhaltender, aber nicht weniger freundlich. hier grüsst man „hai“, und antwortet „haihai“. süss. in schweden auch so. in dänemark einfach „hai“ oder „hei“- nur die deutschen touris wissen nicht, was sich gehört… auch die reiseradler grüssen sich gegenseitig. wenn es aber zu viele werden hört das bald auf. dann grüssen wir nur noch die mit vollem gepäck (auch vorne satteltaschen).  in süddänemark und ostfriesland dann „moin“, bzw. in manchen gegenden „moinmoin“. holland ist vielseitig. die einen grüsssen mit „hei“, die anderen mit „challo“ (l im hals wie im englischen), viele auch mit „guude morche“ und „guude middag“. in belgien mischt sich zum holländischen noch das französische „bonjour“… die deutschen sind übrigens ziemlich grüss-faul, finden wir, nachdem wir die englische weise schätzen gelernt haben. jetzt freuen wir uns auf das vermehrte hochtheologische „grüss gott“…

 

 

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3 Kommentare zu „hier radel ich, ich kann nicht anders…“

  1. lieber günter, wir freuen uns so sehr, dass auch böblinger uns schon die ganze zeit begleiten. wir freuen uns sehr aufs kennenlernen. unser umzug nach böblingen ist erst am 5.10
    oktober, sodass wir jetzt erst mal noch nach bietigheim fahren…. bis bald!

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  2. schon fast wieder daheim…
    am Neckar oder am Rhein entlang das ist wohl die abschließende Frage 😉
    Ich persönlich tät´ ja ganz gemütlich den Kaiserdom in Speyer noch „mitnehmen“
    Speyer hat übrigens wie Heidelberg auch eine nette JUHE (…gutes „Futter)
    dann erst am nächsten Tag nach Karlsruhe…
    mittelprächtige schon etwas in die Jahre gekommene JUHE… aber sehr freundliche Menschen dort.
    tja und dann die letzte Etappe von Karlsruhe erst durch das Pfinz- und dann durch das Würmtal nach Weil der Stadt – VELOTRAUM – bzw. vollends nach Böblingen… Mann fährt halt in Gedanken auch ein bisschen mit 😉
    und dann Grüß Gott am „Alten Friedhof“ in Böblingen ***

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