7. september: sonnenhimmel – sonnenlauf

naumburg – goseck – weissenfels – bad dürrenberg: 48km

ein sonniger tag! die wespen quälen uns schon beim müsli.
kurzer weg in die stadt rein samt steiler wiesenrampe.

naumburg: den dom erkunden, der so viele verschiedene ansichten vereinigt: romanischer ostchor, gotischer westchor, zwei völlig unterschiedliche lettner, kapellen, kreuzgang, marienkirche – wir verweilen.
dann zum marktplatz, bisschen was einkaufen. und punkt 12 uhr mittags holen wir die echte thüringer bratwurst nach!!

schon nach wenigen kilometern in leissling machen wir einen abstecher auf die andere seite der saale nach goseck. wir müssen einen steilen 20%-hang hochschieben, puhh. radeln durchs dorf bis zum sonnenobservatorium: das ist ein doppelter palisadenring mit toren, die genau sonnenauf- und -untergang zur sommer- und wintersonnwende anzeigen, ausserdem das frühlingsfest um den 1. mai. es ist also sowas wie stonehenge, nur ohne steine und viiiel älter. es wurde vor 7000 jahren gebaut und genutzt, 1991 wieder entdeckt, erforscht und originalgetreu wieder aufgebaut. das älteste bekannte sonnenobservatorium der welt. ein beeindruckender ort. wir erinnern uns an die stelenkreise auf den orkneyinseln…
danach in der gosecker schlossanlage besuchen wir das dazugehörige museum, das die entdeckung, ausgrabung, wiederherstellung und bedeutung dokumentiert.
wir trinken was im biergarten. romantisch, gemütlich, lassen uns die sonne auf den pelz brennen.

endlich reissen wir uns los und strampeln weiter. streifen weissenfels, wo heinrich schütz (1585-1672) aufgewachsen ist, komponist wunderbarer mehrstimmiger sehr schlichter gesänge. gondeln oft eher an der eisenbahn entlang statt an der saale (wie das bei flüssen oft so üblich ist).

turmfalken umkreisen den naumburger dom. reiher spielen, wer am längsten warten kann, bis er wegfliegt. störche staken auf der wiese. rehe im langgestreckten galopp übers rübenfeld. ein fuchs an der hecke.

am ende eine längere umleitung: der saaleradweg wird für die landesgartenschau 2022 aufgepeppt. wir freuen uns besonders über das ganz klassische naturkopfsteinpflaster (hat nichts mit normalem „west“-kopfsteinpflaster zu tun), das wir selbst mit den velotraum-„findern“ höchstens im schritt befahren können. und das auf einer d-route!

nach einigen auf und ab landen wir in bad dürrenberg an der salinenanlage: eine riesige lange mauer mit tor zum durchfahren.
campingplatz gibt’s heute nirgends einen. also hotel. wir stürzen uns hungrig auf die speisekarte und eine flasche naumburger steinmeister, rose vom blauen zweigelt – nachdem es gestern abend nur nudelreste mit bolognesesosse ohne bolognese (hackfleisch) gegeben hat. langsam geht die sonne unter.

p.s. für die, die das „dreckbier“ nicht kennen. wir haben es auch erst in böblingen kennengelernt: das ist das bier, das man (frau) vor dem duschen trinkt!

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