wind in stärke 7 aus südwest zerrt an den rädern, muskeln und nerven. nach 25 kilometern müssen wir in norddeich erst mal pause machen und auch den ersten guss des tages im trockenen bei kaffee überstehen. jetzt wissen wir, warum friesland so viele blödelschwätzer hervorbringt (zum beispiel otto aus emden): der wind pustet das hirn leer….
der nachmittag dann bringt zwar mehrere güsse, aber viel sanfteren wind. wir gondeln statt langweilig am deich durch die hübschesten friesischen dörfer. da ist zuerst greetsiel mit der krabbenkutterflotte im hafen.
in groothusen ist die osterburg zu sehen, 1490 vom friesischen häuptling beninga erbaut.von der hanse zerstört, als der häuptling mit den piraten gemeinsame sache machte. heute die letzte erhaltene von drei burgen, in der hand der 23. generation der familie. das burgcafe hat sehr leckeren kuchen und ostfriesischen tee mit kluntjes und sahne.
loquard ist winkel um winkel ein bezauberndes dorf. die kirche, all die klinkerhäuser, die töpferstube, in der vögel getöpfert werden, die gärten, der kanal kit den wasserlinsen, und dann gehts links in den „rechten weg“ und rechts in den „amtsweg“…. hmmm….
rysums kirche beherbergt eine der ältesten spielbaren orgeln nordeuropas, von meister harmannus 1457 erbaut (1960 restauriert). wow. eine reihe der kirchen hier ist streng reformiert, ohne chorraum, kanzel und abendmahlstisch (kein altar!) in der mitte der kirche. die dorfstrassen ordnen sich im kreis um die kirche, eine windmühle ergänzt das bild.
beglückt mit ostfriesischer landidylle schliessen wir auf dem knack-camping.
orgel aus dem 15. jahrhundert in rysumosterburg in groothusengreetsiel
am vormittag klären wir die restlichen handyprobleme, besuchen outdoor- und buchladen, dann gehts los. über land, am deich.
heute müssen wir etwas zum thema regen erklären: also. es gibt sehr feinen nieselregen, feinen nieselregen, nieselregen, regen, starkregen. alles haben wir heute gehabt. dazu wind von vorne oder/und von der seite. aber der wind zwischendrin, wenn es nicht regnet, trocknet alles ganz schnell wieder. fürs mittagsvesper finden wir eine bushütte, inklusive schwalbennest mit regem fütterungsverkehr. also alles gut.
auf dem campingplatz am dornumersiel erwischt uns dann der starkregen genau in dem augenblick, als wir anfangen, das zelt aufzubauen. einmal klatschnass von oben bis unten. das musste sein. der wind bläst nachher ja alles trocken. am abend sonne.
bitte: wer mit eva über whatsapp verbunden ist, möge sie neu anklicken – ausser familie – da viele kontakte verloren sind. die nummer ist dieselbe.
ostfriesischer bauernhofcarolinensielso siehts überall in den orten aus – wovor wir fliehen
heute ist frusttag: eva hat ihr handy verloren. in wilhelmshaven kann der mensch im laden nicht helfen, hat keine ersatz-simkarte! wir radeln weiter nach jever, aber auf dem kürzeren weg, mal wieder „über land“, an misthaufen und kühen, wiesen und feldern, höfen und kanälen vorbei.
auf einmal ein schild: achtung, „bosseln“, über 5 kilometer. „bosseln“ ist sozusagen strassen-bocchia, man wirft eine schwere kugel über eine längere distanz, auf der strasse, und muss das ziel mit möglichst wenig würfen erreichen. wir kennen das von kranenburg, dorfbosseln, immer einer gruppe mit kugel, leiterwagen, schnapsflasche ausgestattet, gegen andere gruppen, einmal rund ums dorf… kurz danach sehen wir auch schon die bosselnden männer, sie sind auf trainingstour, mit säckchen und langen stangen mit körbchen vorne dran, um den ball aufzusammeln, wenn er ins gebüsch gerollt ist.
in jever bekommt eva ein neues handy und zeit zum installieren. die juhe ist voll. pension „am elisabethufer“ mit stockrosen vor dem haus und englischen gepflogenheiten: wasserkocher und alles für tee oder kaffee dabei. super!
wir verlassen bremen durch den fischereihafen und das angrenzende industriegebiet mit vielen fischkontoren. auch bei „frosta“ kommen wir vorbei.
die weserfähre ist ausser betrieb, der busersatzverkehr kann nur drei fahrräder mitnehmen. da radeln wir einfach ein stück die weser rauf, bis sandstedt und nehmen dort die fähre. kürzen dann ab, gondeln ein wenig über land. övelgönne ist ein nettes dörfchen – da kommt der erste regen. wir schaffen es noch zur schutzhütte im „bürgergarten“, puhhh. beim zweiten guss einige kilometer weiter retten wir uns unter einige grosse kastanien. unsere tierische ausbeute heute neben den kühen, staren, gänsen, möwen: sieben störche und eine kleine schar ganz weisser silberreiher, die hatten wir noch nie zuvor. sogar auf dieser nebenstrecke begegnen uns andere reiseradler. einer mit einer pilgermuschel vorne dran, aufschrift „rome“. einer mit einer kanadischen flagge hinten dran.
am vareler hafen gibts kaffee und riesenkuchenstücke. in dangast biegen wir zum strandcamping ab, bauen schnell alles auf, brausen zum edeka – und gehen dann ins dangaster quellbad, das jodhaltige sole aus 500 metern tiefe in kühl und warm bietet, dazu ein richtig heisses dampfbad. zum abendessen gibt es zum erstenmal und ausnahmsweise dosenravioli, andreas‘ lieblingsdosenfrass. er guckt danach schon ganz glücklich…
manche von euch rechnen aus, dass wir nun bald am ende und wieder zuhause wären. es kommt aber noch ein stück deutschland, die niederlande mit vielleicht einigen inseln und ein stück belgien. nebenbei überlegen wir schon, welche routenoptionen wir dann haben: an der marne entlang, nach paris, quer durch belgien nach aachen? oder ein ferienhaus auf pellworm? oder…?
verlängerung der welterfahrungen: wir sind in bremerhaven geblieben und haben heute das klima haus besucht. wie gut, dass wir so entschieden haben – das ist ein muss.
entlang des 8. längengrads begleiten wir axel werner auf seiner reise um die welt mit ihren verschiedenen klimazonen und lernen unterwegs menschen und familien mit ihren lebensbedingungen kennen. wir bereisen sieben länder und zonen: die alpenzone schweiz, das mediterrane sardinien, die wüstenzone niger, das tropische kamerun, die eisige antarktis, samoa in der südsee, alaska und die hallig langeness. wir dursten in niger, schwitzen im regenwald, frieren bei minusgraden im eis…. alles ist realistisch aufgebaut, mit interessanten informationen und filmen.
unsere highlights:
1. der wind. die alten sardischen frauen reden über den allgegenwärtigen sardischen wind aus allen richtungen. sie reden über den scirocco: dass er „die füsse angreift, und die gefühle“. „er verändert den charakter“. „wir können ihn kaum ertragen.“ das deckt sich mit unserer eigenen wind-erfahrung: wenn wir den ganzen tag im wind fahren, sind wir nicht nur von der anstrengung kaputt, sondern auch vom wind selbst. er zermürbt uns und greift die psyche an. man ist nicht mehr so stabil, eher schlecht gelaunt und genervt.
2. die weite in niger. die wüste ist nicht kahl und leer, sondern weit. das wenige bekommt in der kargheit eine grössere bedeutung. was wir hier gar nicht wahrnehmen, ist dort ein wertvoller schatz. alles kann gebraucht werden. die tuareg-frauen geniessen grossen respekt. die männer sind hier „verschleiert“. sie tragen den „tygelmust“, den kopf entblössen sie nur vor der eigenen frau oder engsten familie.
3. in samoa sollte unser nächstes pfarrhaus stehen: hier sind 99% christen, die alle eifrig in die kirche gehen. sonntag morgens sind die strassen leergefegt. sie sorgen dafür, dass ihre kirche die schönste und ihr pastor der dickste ist – das hört sich doch nach schlaraffenland an!
da fällt uns eine begebenheit auf der fähre von varberg nach grenaa wieder ein (also schon eine weile her): wir stiegen in den aufzug zum sonnendeck, zwei frauen mit uns. die aufzugtür schliesst sich, die eine frau fragt, auf englisch: glauben sie an jesus christus? eva antwortet mit einem inbrünstigen und langen „jaaa!“. kurze pause. die frau holt luft, fragt: dann sind sie christen? antwort, im brustton der überzeugung: „jaaa!“. sprachlose stille. keine weitere nachfrage oder kommentar. der aufzug hält, wir steigen aus. es bleibt still. bis heute müssen wir breit grinsen, wenn wir daran denken. was wohl gekommen wäre, wenn wir anders geantwortet hätten?
doch zurück nach bremerhaven: nachdem wir im klimahaus unsere geistige kapazität voll ausgereizt haben, setzen wir uns in die „ms geestemünde“ und nehmen an der dicke-pötte-tour teil. diesmal der containerhafen von der wasserseite mit riesigen schiffen, und ausserdem an der columbuskaje vier kreuzfahrtschiffe von „phönixreisen“, dabei das berühmte traumschiff „deutschland“. als zugabe noch die robben auf der sandbank.
wir sinken erschöpft in die tapasbar „los locos“ auf dem weg zum havenhostel: sehr klein, sehr frisch und lecker, seehr freundliche gute betreuung (bedienung ist das falsche wort). nach acht tapasgängen, wein, schnaps und espresso geht es uns wieder viel besser. also: das ist empfehlenswert und kein so touristennepp wie an den häfen. wer nach bremerhaven kommt, sollte hingehen. bürgermeister-schmidt-strasse 159.
das havenhostel ist übrigens genauso empfehlenswert. nicht schlicht, sondern sehr praktisch und klar eingerichtet, das frühstück lecker, frisch und abwechslungsreich, und das personal immer hilfsbereit und einfach ansteckend gut gelaunt.
klimahaus (schlauchboot) mit congrescenter-„segel“ms deutschland – das „traumschiff“
am vormittag setzen wir uns zwei stunden lang in den hafenbus – und es wird eine sehr interessante reise durch bremerhavens hafenwelten: mit dem bus kommen wir mitten auf das gelände der lloyd werft und in den streng gesicherten containerhafen. hier werden 2,3 millionen autos im jahr ein- und ausgeführt, die meisten exportiert, mercedes und bmw. es ist der grösste autohafen der welt, mengen- und flächenmässig. die „autoregale“ (parkhäuser) und stellflächen fassen 120 000 autos. die speziellen „roro-schiffe“, roll-on-roll-off-schiffe fassen bis zu 8000 autos und haben nur 18- 20 mann besatzung. auf der lloyd-werft wird zum beispiel gerade ein schiff auseinander“gesägt“ und in der mitte um 30 meter verlängert, alles muss auf 10 millimeter passen. bremerhaven ist der viertgrösste containerhafen, er schlägt 5,6 millionen container pro jahr um. er hat 45 containerbrücken, die auf der „kaje“ auf fünf kilometer länge aufgereiht sind. die hälfte davon wird per schiene her- und wegtransportiert. das haben wir gestern gesehen, als wir endlos an zügen vorbeigeradelt sind. riesige „vancarrier“ fahren über die container, fassen sie und transportieren sie. ein schiff wird so in 20 minuten ent- oder beladen. die containerschiffe sind heutzutage 400 meter lang und 60 meter breit. wir kommen aus dem staunen nicht heraus.
nach einer kleinen mittagspause besuchen wir das auswandererhaus – und machen erneut eine intensive erfahrung. hier erlebt man sozusagen die auswanderung einer realen person mit: man erfährt ihre geschichte, steht mit ihr und anderen „figuren“ am kai in bremerhaven, besteigt ein schiff, erfährt wie die menschen in den segelschiffen, später dampfschiffen und schnelldampfern nach amerika oder australien reisten. man hört den lärm des hafens, das husten und würgen im schiff, erfährt von hunger, typhus und flöhen und den massnahmen, die nach und nach ergriffen wurden. man kommt in ellis island an und erlebt, wie die einreise war: die gesundheitsuntersuchung und das einreisegespräch. am ende ein ausblick, was aus den verschiedenen menschen veworden ist. 44 millionen europäer sind zwischen 1821 und 1914 nach übersee ausgereist. das ist eine der grössten wanderungsbewegungen der geschichte. aus bremerhaven sind sieben millionen ausgeschifft, vor allem menschen aus bauernfamilien, dienstmädchen, „einfache leute“. die gründe waren krieg und verfolgung, aber allermeistens armut und die hoffnung auf ein besseres leben – also wirtschaftsmigranten. das sollten wir dedenken, wenn wir heute das wort „wirtschaftsflüchtlinge“ als negativbegriff gebrauchen. nach der nazizeit, 1946, nahmen die usa 500 000 sogenannte „displaced persons“ auf, das erste schiff startete in bremerhaven. in den 50er- bis 60er-jahren wanderten auch noch einmal bis zu 90 000 deutsche pro jahr aus. ein weiterer teil des museums behandelt die einwanderung nach deutschland und sammelt deren geschichten, bis heute.
angefüllt mit geschichte und informationen, ziemlich betroffen, machen wir einen spaziergang zum fischereihafen, geniessen dort scholle mit bratkartoffeln und speck und beschliessen so den tag.
containerhafen – in dem man eigentlich nicht fotografieren darftrockendockalter leuchtturmauswandererhaushein mück: symbolfigur bremehavens
schnell nach cuxhaven rein, und noch schneller wieder raus. der fischereihafen ist mit fischläden und outlets übersät. am meer grosse blocks und eine lange, lange reihe strandkörbe… die sandstrände bei duhnen sind komplett überlaufen, der radweg voller fussgänger, langsamradler und skater. man kommt kaum vorwärts. dannnoch eine radbefragung des adfc. da machen wir natürlich mit. der nette adfc’ler ksnnt sich ganz gut aus und schreibt unsere grossen zahlen gewissenhaft auf. wir kriegen noch infos zu apps und dem kaputten fähranleger in bremerhaven, helfen anderen radlern mit dem inbus aus, dann geht’s weiter zum nächsten bänkle, denn all das macht hunger…
bis wir mal richtig zum fahren kommen, ist der halbe tag rum. und dann kommt uns der wind ganz ordentlich entgegen. dazu ist es feucht-schwül. in wremen sind wir schon schlapp. die hotelterrasse soll uns stärken – aber wie kommt man hin und rein? drinnen ist es edel, aber der himbeerkuchen hat schimmelflecken. dafür kriegen wir dann am ende himbeer-torte ganz umsonst. die ist lecker.
und wir schaffen es dann auch bis bremerhaven. hier mündet die weser in die nordsee. wir fahren mit grossen augen durch das hafengebiet mit langen reihen von containerhäfen, riesigen schiffen, hunderte meter weit an güter- und autozügen entlang. es sieht aus wie ein chaotisches gewimmel von maschinen und lkw, aber alles geht einen sehr geordneten gang. bremerhaven ist der grösste hafen für früchte und autos, hat aber auch mehrere containerterminals. auf einmal passieren wir eine zollstation mit „brd“-schild. moment mal – reisen wir hier nach deutschland ein? wann sind wir ausgereist?
wie gewünscht kommen wir direkt zum havenhostel, nehmen aus einer eingebung heraus das letzte zimmer statt den campingbereich. kaum sind wir eingecheckt und haben das grosse zimmer in beschlag genommen, fängt es an zu regnen, und zwar nicht nur der übliche niesel, sondern kräftige längere schauer. wir sitzen im trockenen und geniesen es!
die fähre bringt uns über die elbe nach wischhafen, in einem weiten bogen geht es über den breiten strom. nun radeln wir durchs sogenannte „alte land“: durch apfelplantagen und weite felder, den duft von silage oder frisch gegüllten wiesen in der nase. die höfe in weissem fachwerk mit rotem klinker. die erdbeeren und kirschen zuckersüss. einmal klappern störche auf dem dach eines motorradclubs. es begegnet uns auch endlich mal wieder ein fasan… sobald wir stehen bleiben, hält jemand an und fragt, ob wir hilfe brauchen – das hatten wir auch schon länger nicht mehr, und heute gleich mehrfach. („altes land“ im engeren sinn endet spätestens an der oste)
in osten an der oste, einem hübschen dorf, gibt es eine weltbesonderheit: eine von weltweit acht schwebefähren. sie wurde 1907 erbaut und gleitet unter einem hohen brückenträger über den fluss, geführt von einem stolzen fährmann im fischerhemd. auf der anderen seite überqueren wir bald die wingst, den höchsten höhenzug im elbe-weser-dreieck, 74 meter hoch, ein waldgebiet. wingst, das sind verschiedene weiler, die sich aneinander reihen, ein erholungsort.
otterndorf überrascht uns mit seinem alten stadtkern voller historischer gebäude, der bemerkenswerten st. severi-kirche, deren emporen und gestühle mit der gesamten heilsgeschichte bemalt sind (17./18.jahrhundert). etwas ganz besonderes aber ist die kanzel: sie wird von moses getragen und ist mit einer empore verbunden, was sie sehr raumgreifend erscheinen lässt. sie ist mit den profeten und evangelisten geschmückt – was für eine verantwortung, sich hier einzureihen um zu predigen… in otterndorf strand mit einer riesigen campinganlage und mehreren seen ist der bär los – wir eilen weiter. in altenbruch kurz vor cuxhafen ein kleinerer campingplatz, den steuern wir für heute an.
elbfähre glückstadtfachwerk
schwebefähre ostenschwebefähre ostenstörcheotterndorfkanzel st. severi-kirche otterndorf
27.07.16 friedrichskoog – brunsbüttel – glückstadt – 62 km
heute starten wir mit doppeltem frühstück: das tägliche müsli, und dann beim bäcker erst mal einen „richtigen“ kaffee und croissant. um 10 uhr öffnet die seehundstation, wir sind pünktlich da, lernen, dass kegelrobben die rundesten sind, seehunde die kleinsten und zarten, und seelöwen die schnellsten, die auf vier flossen laufen.
danach ereignislos am deich nach brunsbüttel, wo die elbe und der nord-ostsee-kanal in die nordsee münden. die riesige schleuse zum nord-ostsee-kanal können wir von der fähre aus gut betrachten. für uns geht’s an der elbe weiter, etwas eintönig am deich, an einer grossen vattenfall-stromstation und dann am „legendären“akw brokdorf vorbei, das nach 10-jähriger bau- und demonstrationszeit 1986 in betrieb ging, heute noch von e.on und vattenfall betrieben wird, und auch ein zwischenlager beherbergt. es liegt da ganz „unschuldig“ neben den deichschafen…
glückstadt ist glückswachstumsgebiet. hier übernachten wir endlich mal in einer jugendherberge. pünktlich zur ankunft fängt es an zu regnen, die schwarzen wolken hatten uns schon eine ganze weile verfolgt. wir werden sehr herzlich empfangen. es hat einen riesen-fahrradkeller, zimmer mit blick direkt zum hafen voller historischer gebäude. als erstes gibt es ein „süssschock-kaltgetränk“ (cola), dann dusche – und ab zum marktplatz, ins „1617“. glückstadt ist berühmt für seine matjes, also gibt es matjesvariationen, mmmm, lecker.
der buchhandel ist doch schneller als amazon: gestern nachmittag hatten wir die radkarten bestellt, heute morgen lagen sie bereit, und wir konnten durchstarten. es geht zum „roten haubarg“ im adolfskoog. er ist weiss, nicht rot, aber das ursprungsgebäude von 1647 ist wohl mit roten ziegeln gedeckt gewesen, statt wie üblich mit reet; daher der name. ein haubarg ist ein typischer eiderstädter bauernhof, rechteckig, auf ständern gebaut, was ihn besonders sturmsicher macht. alle lebten unter einem dach: in der mitte das stroh – „heu-barg“ – und drum herum waren die ställe und die wohnräume für die bauersfamilie und fürs gesinde angeordnet. das dach ist sehr hoch – 15 bis 20 meter – darunter wurde das heu für den winter gelagert.
die eiderstädter halbinsel kürzen wir dann ab und umfahren st. peter ording weiträumig: da ist es jetzt leicht überfüllt, wie wir schon in der husumer zeitung gesehen haben – und wir kennen es ja zur genüge von eva’s kuraufenthalt. dafür geht es nach tönning, dem beschaulichen alten hafenort an der eider, und ins multimar wattzentrum. das ist sehr empfehlenswert: eine multimediale, erlebnisorientierte ausstellung, fast alles ist zum mitmachen. ob man nun rätsel löst, wellen macht, dinge durchs mikroskop betrachtet usw. sehr informativ. für uns besonders faszinierend heute die quallenaufzuchtstation in besonderem licht: quallen in allen grössen.
nach einem vesper geht’s weiter zum eidersperrwerk, das einfach riesig und beeindruckend ist. dann nach büsum, immer hinterm deich wegen dem seitenwind. wir freuen uns auf ein eis, aber als wir mitten im büsumer konsumrummel ankommen, lassen wir eis eis sein und ergreifen ganz schnell die flucht, nur weg hier. auf einmal haben wir auch rückenwind, und so entscheiden wir, noch 25 kilometer weiter zu fahren, bis friedrichskoog. wir hängen uns an ein paar pedelec-fahrer dran (die gibt es hier wie sand am meer) und düsen in rekordzeit bis zum camping swienskopp an der spitze von friedrichskoog.
schnell das zelt aufbauen. heiss duschen, ahhhh! und dann im campingbistro bei deutscher volksmusik schnitzel mit bratkartoffeln, bier und weinschorle.
roter haubargeidersperrwerkbüsumer rummelfahrrad auf andere art…