von der stirne heiss…

06.06.16 hauge i dalane – flekkefjord – svindland – 55 km

… rinnen tut der schweiss. heute haben wir die etappe mit den steilsten stücken geschafft! eigentlich müsste man jeden kilometer doppelt zählen. gleich nach dem start bis flekkefjord 3 fette steigungen, quasi von 0 auf 200, dann wieder auf 0 zum joessingfjorden und rauf auf 275, dann runter auf 0 nach ana sira, wo wir snickers und smoothie tanken (da gibts tatsächlich einen laden!), schliesslich in etappen nochmal rauf auf 180 – und wieder ganz runter nach flekkefjord. die strecke an der 44 entlang ist ziemlich spektakulär: felsen aufgetürmt, hohe steinwände, wieder und wieder seen und wald… es wird nicht langweilig. hungrig wie wir sind, verschlingen wir in flekkefjord eine riesenpizza (fast).

dann kommt am nachmittag der schwierigere teil. es geht nichmal auf 190 und damm 235 m hoch, aber diesmal nicht komfortabel auf der strasse. die 39 ist zu stark befahren und hat etliche tunnel. wir müssen mit einem schotterpfad vorlieb nehmen, der steil auf und ab geht: mit den schweren rädern quasi unfahrbar. nur zwei kleine stücke auf der strasse. wir schieben mühsam hoch und manchmal auch wieder runter, fluchen und jammern, und empfehlen allen radlern dringend, das schotterstück direkt nach (oder vor) flekkefjord zu meiden und die strasse zu nehmen (am selura-see), trotz der vielen laster. erst das stück hinter birkeland auf der alten autostrasse ist wieder richtig schön. liebe norweger, hier müsst ihr noch nacharbeiten!

zwei weiteren fernradlern begegnen wir, die uns entgegenkommen. das schweizer paar kurz vor dem campingplatz will am abend noch bis kurz vor flekkefjord. wir tauschen erfahrungen aus. sie sind auch schon rolf und fritz begegnet, die hinter ihnen sind.

wie schön die dusche, die cola und der rest pizza. am see sitzen und blog schreiben. schafglocken, von ferne die strasse. übrigens scheint die gegend hier fest in der hand von deutschen (jungsenioren)wohnmobilisten… wir treffen auch welche auf dem camping wieder, denen wir heute morgen schon begegnet sind. das ist nett.

in buchten und um buchten und um buchten herum…

05.06.16 ogna – egersund – avendal – sogndal strand – hauge i dalane – 66 km

man denkt nicht, dass es immer noch schöner sein kann. die sonne knallt, kein wölkchen. das erste stück bis hellvik und dann nach egersund fahren wir hauptstrasse. die 44 ist am sonntag ziemlich leer und um jede kurve bietet sie neue buchten, seen, felsberge. wir können uns nicht sattsehen und bemerken die steigungen kaum. in hellvik nehmen wir die gamle jaerbanen, eine alte bahnstrecke. die ausblicke auf meer und buchten werden noch pittoresker. da nehmen wir auch die kurzen heftigen an- und abstiege in kauf, die wir wegen dem schotter schieben müssen (rauf und runter!). wir radeln durch den magma geopark. das viele eisen prägt die gegend seit alters, heute noch wird titan abgebaut. im joessingfjord gab es vor 30 jahren einen giftunfall, der meeresboden dort ist meterdick mit titanschlamm bedeckt.

in egersund besorgen wir an der tanke würstchen und eier, wir haben vergessen, dass heute sonntag ist…

aber es soll noch besser werden: in avendal geht es ab auf eine kleine singleroad, zum teil (fein)geschottert, mit einigen fiesen steigungen. aber die belohnung! schattiger laubwald wechselt mit seen und kargen felsen, dann wieder kleine geschützte buchten mit hellblauem wasser, draussen das offene meer mit seinen wellen. und überall haben die norweger ihre sommerhäuser in den felsen, ihre bootshäuser in den kleinen naturhäfen. kein wunder, dass sie nirgendwo anders hingehen… eine schleife nach sogndalstrand, einem fischerdorf, slow cite, niedlich, touristisch.

und schliesslich 2 km hinein ins tal des bakkaano, einem breiten kieselfluss mit glasklarem wasser. der bakkaano-camping ist ein  ehemaliger bauernhof, jetzt sind ferienwohnungen im futtersilo. sehr ruhig, schicke dusche, nette leute, die auch deutsch sprechen.

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a day off

04.06.16 brusand/ ogna

wir sitzen in der sonne, drehen den bergen eine lange nase und warten, bis unsere klamotten waschen und trocknen. dafür, zum lesen, bisschen was einkaufen, faulenzen und bräunen ist heute ausreichendst sonne da. sommer, kurze hosen, yeah!

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hängebrücke von gestern
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fjordfahrt nedstrand – stavanger

sonne satt und flaches land

03.06.16 nedstrand – stavanger – sandnes – voll – orre – varhaug – ogna – 79 km

sonnenschein, blauer himmel, und es beginnt mit einer wunderschönen fährefahrt durch den fjord, an verschiedenen inseln vorbei bis nach stavanger. das linien-speedboot, eine kleine katamaranfähre (nicht für autos) geht nur einmal am tag (nur freitags zweimal, dafür samstag und sonntag nicht). also stehen wir früh auf, frühstück gibts erst am fähranleger, dafür aber frische brötchen und smoothie – und dann die 1 1/4-stündige fahrt mit hohen „glotzwerten“.

in stavanger tauchen wir aus der fjordeinsamkeit mit einem schlag ins städtische gewusel ein. wir bummeln durch die fussgängerzone, besichtigen die romanische domkirke mit gotischem chor und jugendstil-leuchterengeln. der hafen ist vom kreuzfahrtriesen“britannia“ sozusagen komplett dominiert. die fahrt durch rogaland ist ein starker kontrast zur strecke seit bergen: dicht besiedelt, industriegebiete, villen mit porsche aufgereiht am fjord – und dann flaches ackerland, kartoffel-, kraut- und karottenfelder, die erste mahd wird schon eingefahren. die lerchen sind wieder da, auch die austernfischer. wir düsen im höchsttempo: ahh, so geht radfahren, erinnern wir uns. aber es kommen auch zwei holprige küstenpfadabschnitte, mit schiebestrecke, und andreas legt sich mal kurz, aua! bei obrestad eine fahrradhängebrücke über den haaelva – ui, das wackelt! dann kehren wir zu viel apfelschorle im kulturzentrum-galeriecafe gleich dahinter ein. der radlerfreundliche brusandcamping ist nicht mehr radlerfreundlich, nimmt keine zelte mehr – also ein paar hundert meter weiter zum ognacamping. sehr hübsches plätzchen für uns: mit lupinen, die eva so liebt. pilze-lauchravout zu couscous. es ist fast halb zehn, und wir sitzen immer noch in der sonne.

die nach-gewitter-pizza

02.06.16 haugesund – foerre – aksdal – nedstrand – 56 km

das neue routenstück (nachdem die fähre von skudeneshavn nach stavanger durch einen tunnel ersetzt worden ist) ist neu und sehr gut ausgeschildert – und dazu noch voller grandioser blicke auf fjord und berge. eine sehr schöne fahrt. die höhenmeter gehen ein wenig in die beine, aber nicht weiter dramatisch. hinter grinde ein stück strassenbau, wir müssen eine sprengung abwarten. später passieren wir einen riesigen steinbruch. ansonsten natur, kiefern, vögel, bunte holzhäuser, seen und bäche, berge und felsen, die schroff in den fjord stürzen. es wird nicht langweilig, wir radeln und gucken und gucken und radeln, manchmal mit offenem mund. norwegen hat wegen der tiefen fjorde 25000 km küste, mit den inselküsten sind es 80000 km.

der camping in nedstrand stellt sich als reiner dauercamperplatz heraus. keine rezeption, nichts. weil sich ein gewitter zusammenbraut, bauen wir das zelt auf. eine frau, die wir fragen, ruft an. der betreuer kommt und erlaubt uns die eine nacht. und schon liegen wir im zelt und der regen prazzelt. am abend klart es auf, wir schlendern durch den kleinen ort, versuchen vergeblich rauszufinden, ob die fähre morgen früh wirklich geht. das „kulturcafe“ ist offen, und die pizza, die wir teilen, riesig und sehr lecker.

noch mehr wald, fjord, natur

01.06.16 leirvik – spissoey – haavik – langevaag – buavaagen – haugesund – 75 km

heute viel regen und bedeckt, es kühlt deutlich ab. die strecke ist wieder wunderschön. es ist alles dabei: inselhopping über drei brücken, wald und berge ohne ende, ständig neue postkartenausblicke auf den fjord – nur die wolken hängen ein wenig zu tief. überall plätschern, gurgeln, rieseln, murmeln kleine und grosse bäche, die wiesen und moore sind vollgesogen. die schafe hier haben glocken um den hals, wir sehen auch angoraziegen (oder so was ähnliches). auf den felsen, an den hängen hocken die bunten holzhäuser der norweger. welches würden wir nehmen? wir können uns nicht entscheiden. die schmale ruhige strasse windet sich am hang entlang, ständig auf und ab, ebene strecken sind quasi unbekannt, es verlangt einiges an kondition. wie gut, dass es überall diese bushäuschen gibt, in denen man auch bei nassem wetter picknicken kann. nur die beschilderung ist hier in norwegen nicht ganz so perfekt, wie wir es aus uk gewohnt sind. in langevaag dann die fähre: halbe stunde wartepause, halbe stunde fahrt. das letzte drittel bis haugesund wieder wunderschön, mit seerosen, kuckuck und vielen pferden – und nicht ganz so fordernd. haraldshaugen camping ist mitten in der stadt, mit blick auf den fjord, auf dem geschäftigt schiffe und fähren unterwegs sind. heisse dusche, gemütlich im aufenthaltsraum sitzen, lachsnudeln….

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norge zeigt seine schönste seite

31.05.16 fana – osoeyro – haljem – sandvikvaag – litlaboe – leirvik – 69 km

am morgen verabschieden wir uns von michael. es war eine wunderbare zeit bei ihm, wir wurden so selbstverständlich aufgenommen, lecker bekocht, und haben uns nach strich und faden verwöhnt gefühlt. vielen vielen dank, lieber michael!

wir starten statt über den berg auf dem bahnradweg am kalandsvatnet entlang, dann an der E39 bis osoeyro, wo wir wieder auf den nscr stossen. wir fahren im niesel, dann im regen in voller montur, aber es ist einfach schön. wir sind immer noch von der üppigen flora überwältigt. die wälder, die blühenden wiesen, die flieder- und rhododendronbüsche, dazu die seen und im hintergrund die berge. auf der fähre von haljem nach sandvikvaag über den fjord klart der himmel auf und die sonne kommt raus.

die strecke von sandvikvaag nach leirvik ist einfach nur herrlich: berg – in der ferne auch schneebedeckte -, wald, felsen, fjord und seen. überall strömt das wasser die berge herab, rieselt an den felsblöcken herunter, bildet kleine wasserfälle. wir fühlen uns phasenweise in den killarney provincial park, unseren kanadischen lieblingsnaturpark, versetzt, nur dass wir diesmal nicht kanu fahren, sondern alles vom rad aus erleben. wir haben heute die kurzen hosen und shirts rausgekramt, der schweiss läuft in strömen… wir brausen die ganzen herrlichen abfahrten hinunter (dazwischen gehts auch immer kräftig hoch, aber das stört keinen grossen geist, wie karlsson vom dach sagen würde). der sponavik camping liegt sehr schön mit ausblick auf fjord, berge und dem badestrand. ein nachbar bringt uns gleich mal stühle und tisch – und wechselt uns geld für die dusche. was für ein segen!

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shoppen und kirchenbesuch

31.05.16 fana – bergen – fana

heute besichtigen wir die stabkirche in fantoft. eine stabkirche ist sozusagen ein umgedrehtes wikingerboot, ganz aus holz. innen die „stäbe“, die von unten bis oben durchgehen, aussen eine zweite wand, sodass ein umgang entsteht, und geschmückt mit drachen und anderen abwehrzaubern gegen dämonen.  fantoft ist leider nicht mehr original, da sie abgebrannt ist (black metal brandstifter) und 1997 rekonstruiert.

dann ist einkaufen dran: neue kartuschen, die nicht ins flugzeug durften, ersatz für weggeworfene radhosen, überschuhe, lebensmittel usw. andreas geht mal kurz zum friseur zur rundumschur. wir durchqueren dabei die innenstadt dreimal hin und her. umpacken, bremsbackenwechsel, schuhe imprägnieren und ähnliches beschäftigt uns. und michael verwöhnt uns wie schon die letzten beiden abende nach strich und faden, heute mit lachs

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mit unserem gastgeber michael

fisch, floeyen, friluftswetter

29.05.16 fana – bergen -fana

ausschlafen, ausgiebiges frühstück mit karamelisiertem ziegenkäse, dann radeln wir zur stadtbahn und fahren nach bergen. sonne, alles glänzt, es ist richtig richtig warm, die stadt wimmelt. wir bummeln durch die stadt, am hafen grosse kreuzfahrschiffe, ein dreimastsegler, viele kleine yachten. bryggen, das ist das alte hanseviertel am hafen, heute weltkulturerbe: eine ganz eigene atmosphäre, kleine galerien und kunsthandwerkläden. am fischmarkt leckere meeresfrüchte. mit der zahnradbahn fahren wir auf den floeyen, einen der 7 berge bergens. von oben haben wir – äh, nicht nur wir, wir sind irgendwie überhaupt nicht allein, das sind wir gar nicht mehr gewöhnt – also von oben haben wir einen genialen blick auf die stadt, ihre berge, fjord und inseln. soo viele kinder haben wir schon wochenlang nicht gesehen. am ende sind wir ganz k.o…. heute abend bekommen wir „faarikaal“, ein traditionelles norwegisches gericht mit lamm, kohl und kartoffeln, das norwegische irish stew.IMG_20160529_125412.jpg

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