milka auf wolkensahne

28.05.16  sumburgh – bergen airport – fana – 364 km luft & 14 km rad

die leute im sumburgh airport sind alle sehr nett, als wir mit der menge gepäckstücke und den rädern ankommen, besorgen uns sogar plastikmülltüten, mit denen wir die ketten abdecken können, keine probleme mit den vielen packtaschen. wir steigen in einen lila milka-flieger, saab 430 für 36 passagiere, und heben uns über die weisse wolkendecke. nach einer stunde sind wir in „norge“, es regnet natürlich! wir bauen die räder zusammen, satteln auf und radeln los: was für eine explosion an grün! bäume, fliedersträucher, üppige farne, uns gehen die augen über nach wochenlanger kargheit, baumlosigkeit, brauner heide. es geht rüber nach fana, zu michael (ehemaliger student meines vaters), der uns gastfreundlich aufnimmt. ein schwäbischer abend, reden über gott und die welt, wir werden bekocht…. luxusfeeling.

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entdeckung der langsamkeit

27.05.16 sumburgh head

achtung: schaut euch auch die leztzten 3 tage nochmal an, da sind jetzt noch ein paar bilder dabei!

gestern abend um 10 ist eva noch kurz entschlossen auf einen nacht-trip mitgegangen, mit einsr mitbewohnerin bei betty mouat. von sandwick aus mit dem boot zur insel mouat, ein kurzer trip. ein nachtspaziergang über die insel zum über 2000 jahre alten broch, das ist ein hoher steinturm mit einer doppelmauer. überall in den steinmauern und auch unter den steinen am strand nisten sturmschwalben, kleine schwarze vögel, die nur zum brüten an land kommen und in der dämmerung wie fledermäuse um den broch schwirren: sehr schnell und lautlos. wir stehen atemlos und starren mit grossen augen. nur das zirpen aus den mauernestern ist zu hören, und nebenan eine bekassine, die ihren balzruf, der mit den flügeln erzeugt sird, „flötet“. weit nach mitternacht fallen wir ins bett.

den freitag widmen wir noch einmal der langsamkeit: radeln zum sumburgh head, schauen erstmal den puffins (papageientauchern) zu, die sich heute vermehrt zeigen. dazu die grosse raubmöwe (skua), die lummen, auch schwarze mit knallroten füssen (sieht witzig aus), alle möglichen möwenarten, lachmöwen, silbermöwen, kiitiwakes, eissturmvögel, austernfischer,  ein seeotter usw. wir spazieren auf dem cliffwalk zum jarlshof, einem ausgrabungsgelände, das verschiedene phasen der besiedlung zeigt: neolithische und bronzezeit-häuser, eine wikinger-farm, ein bauernhof des mittelalters, ein hof des 17. jahrhunderts. mittagsvespwr an den klippen, dann nochmal birdwatching. wir besichtigen den leuchtturm, die alte radarstytion des 2. weltkriegs, die maritime ausstellung.

wir haben festgestellt, dass radfahren manchmal viel zu schnell ist, um die wunder dieses lebens wahrzunehmen – auf die schnelle findet man keinen puffin, übersieht die robben und auch die vielen bunten blümchen….

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jarlshof, wheelhouse, 800 v.chr.

süd-spitze: spitze!

26.05.16 levenwick – sumburgh head – 24 km

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robbensuchbild für katharina
sumburghhead flughafen
sumburghhead flughafen

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früh morgens ein gang aufs klo, es ist schon hell, die sonne geht auf – ein blick auf die uhr sagt uns, es ist kurz nach drei! abends wird es nicht vor elf dunkel, äh, da schlafen wir immer schon längst…  am vormittag eine wunderschöne fahrt auf der ostseite der insel, am spiggie-loch vorbei, in einer kleinen bucht eine robbenkolonie. bizarre felsen, grüne wiesen, hier wird noch torf gestochen. wir passieren den 60. breitengrad. die kühe kommen schnell zum zaun, damit sie nichts verpassen, wenn wir vorbeiradeln. noch schnell was eingekauft im mainland shop, und schon sind wir an betty mouat’s camping-böd: das ist ein altes cottage, einfach eingerichtet, mit stockbetten, kleiner küche, kaminfeuer, ganz im süden von shetlands. haben wir in lerwick im amenity trust schnell gebucht. direkt neben einer kleinen ausgrabungsstätte und wunderschöner natur – und dem flughafen. um hinzukommen, führt die strasse durch den flughafen hindurch über die landebahn. wenn ein flugzeug landet, leuchten rote lichter, die schranke geht zu, wie bei einem bahnübergang… funny…

den sonnigen blauhimmligen nachmittag verbringen wir direkt auf der südspitze der insel, auf sumburgh head im naturreservat, beobachten allerlei möwen, shags, guillemots, auch ein paar puffins, die kurz aus ihren nisthöhlen rauskommen, um sich zu strecken und dann schnell wieder verschwinden. endlich ist das fernglas im vollen einsatz. können uns nicht sattsehen am glitzernden blick über das meer, in alle richtungen. das cafe mit rundumblickfenstern ist zum verlieben – und hat w-lan, dank dessen ihr jetzt lesen könnt.

auf und nieder

25.05.16 lerwick – levenwick – 32 km

wir hatten uns vorgestellt, auf der fähre gemütlich zu schlafen und dann fröhlich auf shetlands loszuradeln – leider hat uns das meer einen strich durch die rechnung gemacht. eva hat vier stunden halbwegs durchgehalten, dank nux vomica, aber dann hat die seekrankheit zugeschlagen – katharina, du kannst das nachfühlen, wenn man wünscht, dass es einfach nur aufhört. auch andreas hat zu kämpfen. die fähre schwankt und ruckt, ein endloses auf und nieder. am morgen schleppen wir uns von der fähre und ins erste offene cafe in der stadt. nach 1 1/2 stunden mit zwei tassen tee kann eva wieder den kopf heben und weiterradeln.

der wind wehr sehr kräftig richtung süden – und da fahren wir auch hin, alles andere ist sinnlos. wieder auf und nieder, aber mit dem wind im rücken geht’s problemlos bergauf mit 17 km/h und bergab im rausch mit 62 km/h. man muss nur immer auf die heftigen seitewindböen gefasst sein.

shetland, das sind grünfelsige bergrücken, keine bäume, schroffe kliffs und kleine helle sandstrandbuchten. endlich nicht nur graue steinhäuser, sondern farbige fassaden. da merkt man den norwegischen einfluss. shetlands gehörten bis zu norwegen. beim kommunalen camping in levenwick machen wir schluss, waschen die stinkigen klamotten und uns selber, geniessen den grandiosen ausblick, machen einen spaziergang hinunter zur sandstrandbucht. langsam kommt die schlaflose harte nacht wieder zum tragen. eva ist ziemlich schlapp…

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das erste nordsee-bad…

24.05.16  kirkwall -scapabay – kirkwall – 16 km

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… ja, tatsächlich – aber nur bis zu den knöcheln! kälter als kneippen, buhh! aber eva zumindest war jetzt mit nordseewasser in berührung. die scapa-bay bezaubert uns mit weissem sand und kar-blauem wasset. wir spazieren den cliff-walk: oben entlang an visr kleinen buchten, mit dünen- und felsenkliffs, streifen die scapa-distillerie. schauen den möwen von oben bei ihren grandiosen flugkünsten zu, beobachten eine ganze horde lärmender austernfischer, ein hase hoppelt herum, hollopollidoodle…. wir picknicken am strand. radeln zur scapa-distillerie und machen eine erlebnistour mit, inklusive 3er-probe (frisch destillierten, klaren, purer alk, dann zwei ältere aus dem fass), bevor wir ins städtchen zurück schaukeln.

sonst? wir haben beschlossen, dass jetzt der sommer kommt und die thermoradhosen und handschuhe nach hause geschickt (abends hat gleich mal grad so 5°c). wir sind gebummelt, kaffee beim italiener, ausgiebiges abendessen mit jakobsmuscheln und orkney-schwein. dann geht zur fähre nach shetland/lerwick. wir starten kurz vor mitternacht.

kirkwall

23.05.16 kirkwall

der tag heute angefüllt mit ausschlafen, trödeln, fähre nach shetlands buchen, heisse schokolade trinken, bummeln, michael in fana/bergen anrufen, 8er-inbus finden und kaufen, flug nach bergen buchen (das machen wir nun über das reisebüro, wegen den rädern ist es ein bisschen tricky), hafenbummel…. wir schauen die st. magnus-cathedral an, romanisch und frühgotisch mit beeindruckend dicken säulen. aussen ein mohnblüten-kunstwerk zum gedenken an die jutland-schlacht mit 8000 toten, vor 100 jahren. besichtigen die ruinen von earls- und bishops-palace, heute noch prächtig. zucchini-süsskartoffel-kürbis-risotto mit cashewnüssen und gingerbeer, lecker!

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st.magnus-cathedral
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1.weltkrieg-gedenken 1916-2016
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kirkwall hafen

den vorfahren auf der spur

22.05.16  kirkwall – finstown – skara brae – kirbister – kirkwall – 60 km

ohne gepäck radeln ist erst mal richtig wackelig, aber dann sehr leicht und schnell, zumindest bergauf. bergab fehlt ein bisschen gewicht… wir nehmen uns zeit, um die neolithische vergangenheit der orkneys kennenzulernen. das lohnt sich! es beginnt mit den stones of stenness, den resten eines alten steinkreises, 5000 jahre alt. gleich ein paar hundert meter weiter der ring of brodgar, viel grösser und imposanter: vor dem blauen wolkenhimmel, blauen wasser des loch of steness und grünen schafweiden erheben sich die hohen steine. man weiss ja gar nicht, wozu die steinkreise da waren, vermutet rituell-religiöse bedeutung…. die kleine strasse zwischen den beiden seen hindurch ist zauberhaft schön. sie führt zum skara brae, einem 5000 jahre alten dorf, das unter dünen vergraben war und im 19. jahrhundert durch einen sturm freigelegt wure. es ist sehr gut erhalten. man kann dIe feuerstellen, bettkästen, fischbecken und regale, alles aus steinen, sehen. dahinter der blick auf den hellen sandstrand und das meer. gleich daneben das gutshaus skaill, das einen einblick in herrenhausleben der letzten jahrhunderte gibt. weils so schön ist,  radeln wir auf dem gleichen weg zurück und nehmen an einer führung im maes howe tombe teil. das hügelgrab enthält drei vollständige grabkammern. sehr gebückt muss man durch den niedrigen eingangstunnel hinein. am 21.12. zur wintersonnwende scheint um 2 pm die sonne genau in die mittlere grabkammer hinein. runen-inschriften zeugen von der nutzung des grabhügels durch die wikinger im 12. jahrhundert. tierische ausbeute des tages: schafe und lämmer ohne ende, angusrinder, austernfischer, graugänse in kolonie; spatzen, die hier in den steinmausen nisten, mangels bäumen und hecken; schwalben, stare, kiebitz, grosser brachvogel, robben… am ende nehmen wir nochmal alle hügel orkneys mit, bis wir zurück in kirkwall sind. wein und nudeln mit kirschtomaten. den ganzen tag kein regen, wir sind ihm immer entwischt. abendsonne.

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ring of brodgar
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stones of stenness
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strand skara brae
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skara brae haus

churchill und croques

21.05.16  orkneyinseln st. margaret’s nope – kirkwall – 28 km

beim frühstück interessantes gespräch mit einem ehepaar aus südschottland und der wirtin: vom wetter übers radeln bis zu „uk in or out th eu“ und mr. trump und mrs. merkel. sie fragen uns über die flüchtlingssituation, sie bewundern deutschland und kritisieren cameron. die wirtin erzählt von der immre weniger werdenden bevölkerung auf den übrw 70 orkney-inseln, dass lehrer krankenschwestern usw. gesucht sind. gestärkt radeln wir über die vier churchill barriers: das sind dämme zwischen den inseln, die churchill 1942 von italienischen kriegsgefangenen bauen liess, um zu verhindern, dass deutsche u-boote hier den atlantik erreichen können. die kleine italian chapel durften die kriegsgefangenen für ihre religiösen bedürfnisse bauen. einige hügel weiter erreichen wir kirkwall. rad- und eisenwarenladen, da wir einen inbus brauchen (haben wir verloren), leider bis jetzt erfolglos. wir gehen auf den tipp vom frühstück hin zu lucano, einem kleinen italiener (wenn man vor der kathedrale steht nach rechts in die gasse). er hat wirklich die aller beste heisse schokolade, ausserdem leckere pizza, das hilft gegen den regen. in einer regenpause fahren wir zum campingplatz (orkney caravan park at the pickaquoi center). sehr schöne facilities mit gemütlicher lounge. das zelt aber stellen wir im regen auf und die wiesen sind halbe wasserlachen: croques-wetter, was uns aber nicht am faulenzen und lesen hindert. gegen abend kommt blauer himmel und sonne, dazu viel wind. kurzer bummel im tesco-supermarkt. wir haben wein, chips und schokolade. es wird ein gemütlicher abend im schlafsack. endlich mal wieder in den eigenen vier wänden… nebenan in der hecke produziert eine singdrossel ihren unglaublich lauten variantenreichen gesang.

 

reif für die insel

20.05.16 melvich – thurso – gill’s bay – st. margaret’s hope/ orkney islands – 58 km

kaum regen, fast kein wind – wir starten nach einem leckeren schottischen frühstück mit schweizer zubereitung guten muts, erklimmen die ersten zwei hügel, geniessen lange abfahrten – schwupps, sind wir in thurso. der radladen hat den passenden inbus für das knackende pedal (schon wieder, bei andreas knackt halt was). die touristinfo hat ein cafe, wir buchen ein zimmer auf orkney, weil wir abends ankommen werden. die fahrt zur gillsbay erstmal über zwei berge (machen wir mit links), durch heide, moor, schafweiden und ginster, der himmel mit schweren regenwolken und sonne zugleich, eine ganz besondere stimmung. kurz vor gillsbay erwischt uns ein heftiger regenguss, aber wir schlüpfen schnell in ein bushäuschen! schon um 3 pm sind wir an der fähre, überstehen die folgenden regengüsse lesend im warte-cafe und um 6 pm, kurz bevor’s losgeht, kriegen wir einen wunderschönen bilderbuchregenbogen. die überfahrt auf die orkneys mit zauberhaften blicken über die inseln und lichtspiel über dem meer. zum abendessen hat eva jakobsmuscheln, die sind lecker, und ginger beer. ach, übrigens: wir sind jetzt bei 2015 kilometern.

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die strasse, der wind und ich

19.05.16 altnaharra – bettyhill – melvich – 64 km

schottisches frühstück: rührei mit räucherlachs. stärkt uns für einen windigen tag: der bläst uns heute entgegen oder kommt gemein von der seite. wir verlassen die route 1 und fahren auf der B873/871 am loch naver und dann am river naver entlang. 40 sehr empfehlenwerte kilometer. thank you, mary, for the advice! es ist wunderschönes hochland, trotz grauem himmel. der fluss, ein fisch springt, die hügel,das hochmoor, der kuckuck. ein schaf geht mit seinem lamm manierlich über die strasse: erst gucken, dann zügig hinüber. an den bäumen hängt feenkraut, wie das da wohl hingekommen ist? dann, wie der name sagt, hinauf nach bettyhill – und wir sind am meer zurück: die north shore. der wind wird sofort scharf und böig. nach suppe, sandwich und tee wagen wir uns weiter. es erwartet uns schottisches hardcore-wetter. andreas: der wind hat mich fast in den graben gedrückt. eva: ich bin mehrfach abgestiegen weil ich wegen den windböen angst hatte. man hat das gefühl, das fahrrad nicht mehr im griff zu haben. es reisst mir den lenker rum. andreas: der regen war wie nadelstiche ins gesicht. eva: ich bin gestrampelt und habe nichts davon gemerkt, dass es runter geht. andreas: man kühlt dermassen aus. das macht mich fertig. eva: ich hab nachgeguckt, der wind kam mit 29 km/h (windstärke 5) und die böen mit 48 km/h (windstärke 6). andreas: man muss den lenker festhalten und jede sekunde auf die nächste bö gefasst sein. aber denk an die weisheit: es ist wie es ist.

wir landen völlig durchweicht und demoralisiert im sheiling b&b in melvich. heisse dusche! trocken, warm! es stellt sich heraus, dass der betreiber rolf bachmann ein schweizer ist. vor einem jahr hat er alles alte hinter sich gelassen und hier an der north coast das b&b übernommen. wow!

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schottisches hochland
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shinfalls
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edderton stone 9. jahrhundert
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morangie-bar mit hirsch in tain