seen-hopping

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die leine bei neustadt
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unten die leine – oben der mittellandkanal

29.08.2018  basse – neustadt am rübenberge – hannover – arnum  59 km

vom tannenbruchsee (wegen blaualgen kein schwimmen) radeln wir heute zum bordenauer see – neustadt lassen wir rechts liegen, aber den kleinen jüdischen friedhof besuchen wir kurz. den naturpark steinhuder meer streifen air kurz an einem kleinen see. weiter zum blauen see kurz vor garbsen. wir unter(!!)queren den mittellandkanal und sind wieder mal an der leine. die klosterkirche marienwerder ist nur sonntags offen…. immer am leinekanal und an der ihme lang durch hannover. dann natürlich am maschsee entlang, so kommt man sehr gut durch hannover und an hannover vorbei, ohne sich mit grossstadtverkehr und -rummel rumschlagen zu müssen. hier sind wir als radler auch mal nicht allein…. dann deiecksteich, siebenmeterteich, grosser hemminger teich, grosser döhringer teich, grosser wülfler und dethmarscher teich, seen an der alten leine, arnumer see: in dem schwimmt eva endlich mal wieder, andreas trinkt derweil sein radler.

über die wege können wir berichten, dass sie von 4 meter breitem radschnellweg, schmalstem einspurschotterweg, feldwegen bis zum einer reihe veritabler mountainbikestrecken reichen. gefühlt überwiegen die schlechten strecken, die wir gut aber langsam bewältigen. am schlimmsten sind die wegen, diemit knochensteinen ausgelegt sind und üble tiefe einsinkungen haben.

pferde, kühe, zuckerrüben, mais. pferde, pferde, kühe, kartoffeln…

es ist sehr warm bis heiss. am maschsee gibts eiskaffee. jetzt sitzen wir am arnumer see schauen auf die dunkle wsserfläche. eine ente quakt. eine fledermaus flitzt geräuschlos vorbei. ein paar lichter blinkern.

anne aller – lange leine

28.08.2018 hüttensee – schwarmstedt – mandelsloh – basse – tannenbruchsee  60 km

letzte kilometer durch die heidelbeerwälder, einige am aller-radweg bis schwarmstedt. da begegnet man gleich mehr radlern, sonst waren wir ziemlich alleine unterwegs.  wir verabschieden uns von der lüneburger heide – und zugleich auch von dem nervigen geballere der bundeswehr in der heide, tag und nacht feuern die in der gegend rum…

nun geht es südwärts an der leine entlang (leine-heude-radweg). wir ergattern das erste bänkchen an der leine für eine ausgiebige vesperpause – da trauen wir unseren augen nicht: radelt einer auf einem velotraum  vorbei, im selben melonengelb wie evas finder. anlass zu ausgiebigem fachsimpeln über velotraumräder, bahnfahren oder flixbus…

weiter gehts durch abgeerntete äcker. auf den einen wird gerade gülle verteilt, auf anderen getrockneter klärschlamm gestäubt, einfach köstlich für bronchien und lunge! verbrannte maisfelder, pferdkoppeln ohne ende. vorbei an vielen alten fachwerkhöfen, kleine verschlafene dörfer, gedrungene alte kirchen.

faulenzen und pellkartöffelchen auf dem etwas heruntergekommenen campingplatz.

Schietwetter

27.08.2018 meissendorf

es regnet und nichts lädt zum aufwachen und aufstehen ein. lesen. gegen später waschmaschine. trockner. bilder laden. fischbrötchen. wanderung um die seen im naturschutzgebiet bannetzer moor. silberreiher. kormorane. eine grosse grauganskolonie. ein trupp kanadagänse weiden auf der campingwiese, man muss aufpassen, nicht in ihre hinterlassenschaften zu treten.

übrigens: der campingplatz hat eine errungenschaft, die wir bishsr nur in trier gefunden haben und oft sehr herbeisehnen: schliessfächer mit steckdose! da können wir nach lust und laune akkus, handys usw. laden (vor allem evas schlafmaschinenakku). ausserdem gibt es nette hütten mit tisch und bank zum reinsitzen. 👍

denk!mal!

26.08.2018 celle – winsen an der aller – bergen-belsen – meissendorf  38 km

wir beginnen den sonntag mit der losung: „die wege des herrn sind richtig und die gerechten wandeln darauf, aber die übertreter kommen auf ihnen zu fall“(hosea 14,10).

das passt, denn wir machen uns heute auf den weg zur gedenkstätte bergen-belsen. wir radeln 30 km weit immer geradeaus durch heidelbeerwälder: die sträucher bedecken den waldboden soweit das auge reicht. manchmal leuchten rote preiselbeeren dazwischen hervor, darüber recken sich die hohen rötlichen kiefern. die wunderbaren wege des herrn…

bergen-belsen. dort wurden 70.000 „gerechte“ durch hunger, seuchen und schikane zu tode gebracht, weitere 13.000 starben noch nach der befreiung durch die briten. wer überhaupt alles hier war, weiss man nicht. die ss hat rechtzeitig alle unterlagen und listen vernichtet. hier liegen zig-tausende von unbekannten in massengräbern. von den „übertretern“ kamen viel zu wenige zu fall – zumindest nach unseren menschlichen rechtssystemen. der lagerverwalter wurde hingerichtet. die meisten ausführenden wachleute kamen davon. all die schaulustigen, die sonntags am zaun „untermenschen“ gucken kamen, haben hinterher „nichts gewusst“…. – der junge mann, der uns führt, zeigt uns einige bilder.

die gedenkstätte zeigt keine gebäude mehr, denn die holzbaracken wurden 1945 abgebrannt. ein grosses mahnmal in form eines obelisken. ein jüdisches denkmal. einige grabsteine, auch einer für anne frank, die hier umkam. das ausstellungsgebäude ust architektonisch sehr interessant. die bilder und filme der hungernden menschen und der leichenberge nahezu unerträglich. das hinschauen ist schwer, immer wieder mache ich die augen für einen moment einfach zu. aber wegschauen geht nicht. niemals. wir müssen immer hinschauen, wo unrecht geschieht und die „wege des herrn“ verlassen werden. besonders heute wieder neu, von menschen, die sich auf „christlich-abendländischen“ boden wähnen.

nach drei stunden radeln wir weiter, das kurze stück nach meissendorf zum campingplatz. hier ist es ruhig, mit seen und sonne. wir sitzen einfach auf der wiese und lassen das nasse zelt (von gestern früh) trocknen.

 

fachwerk – klinker – bibelsprüche

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altstadt celle
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kloster wienhausen

25.08.2018 schwachhausen – wienhausen – celle  25 km

nach einem romantischen abend auf einem kleinen allersteg mit vorbeihuschenden eulen und fledermäusen ist erst mal ausschlafen angesagt. das frühstück beschert uns einen kräftigem landregenguss – wir verlagern uns in die kleine hütte. das vormittagsradeln unspektakulär mit kleinen schauern und regenjacken-an-und-auszieh-marathon. kloster wienhausen ist ein ganzes dorf, das alte gebäudeensemble eine augenweide. leider ist heute geschlossen, wir können nicht rein…

celle überrascht uns mit einer ausgedehnten altstadt, ein fachwerkhaus neben dem anderen, die balken zum teil bunt gestaltet. alle häuser tragen widmungssprüche auf den balken, meist befehlen sie haus und bewohner dem segen gottes an, oft sind es bibelworte, speziell psalmen. wir besuchen das fürstenschloss der welfen, das aber hinter hannover zurückstand. in ejner führung erfahren wir viel über das gelangweilte leben des adels, sowie über die „abgeschobenen“ frauen, die hier  (oder in der nähe) ihr dasein fristeten. etwas besonderes ist die schlosskapelle, die nach der reformation (!) mit üppigen gemälden, rahmen und engelfiguren ausgestaltet wurde. im hof wird gerade die neue saison des barocktheaters eröffnet, wir können nicht hineinschauen.

 

die jugendherberge ist ziemlich heruntergekommen, 70er-jahre-charme mit plastik-duschkabinen, nur zwei steckdosen im 4er-zimmer, und im foyer kein licht, wir sitzen hier mit der taschenlampe – immerhin: w-lan geht…

p.s. haben zu den vorigen beiträgen noch ein paar bilder zugefügt.

 

Ricke racke….

24.08.2018 knesebeck – gifhorn – müden – schwachhausen   65 km

… ricke racke geht die mühle mit geknacke…. nach einem 30-kilometerritt, meist geradeaus an abgeernteten, mais-, zuckerrüben- und kartoffelfeldern vorbei oder durch sandige farnige kiefernwälder, besuchen wir in gifhorn das internationale mühlen-freilichtmuseum. hier kann man mühlen aus aller herren länder sehen: griechisch, provencalisch, mallorquinisch, tiroler, koreanisch, niederländisch, niederdeutsch… auch eine schiffsmühle und einige schöne fachwerkgebäude. wir erreichen den mühlen-brotladen, kaufen brot und streuselkuchen – leider müssen wir bleiben und kartoffelsuppe  essen, weil ein schwerer regenguss niedergeht. eine stunde später sitzend wir schon wieder in der sonne vor der moulin de daudet und verspeisen den streuselkuchen.

recht müde erreichen wir müden an der aller, bestaunen die uralte fachwerkkirche und gebäudeensemble drum herum. der weg nach langlingen hält noch einige holper- und tiefsandstücke für uns bereit, dann passieren wir die langlinger schleuse mit einem schock kanufahrer – und schwächeln ein wenig, als wir schwachhausen erreichen und den caming am allerstrand: ein kleiner camping mit anmeldebriefkasten, aber wir zelten idyllisch direkt an der aller. heute gibts nudeln mit champignons und selbst gekochtes apfelmus …. und kekse…..

Alte Wege – altes Dorf

museumsdorf hösseringen

23.08.2018 Oldendorf – Hösseringen – Hankensbüttel – Knesebeck   67 km

die sonne heizt heute erbarmungslos. wir versuchen uns auf wanderwegen, lassen es aber bald wieder sein, trotz „finder“. also an der strasse und auf waldwegen, sandig, schotterig, o.k.

in hösseringen lassen wir uns zeit für das museumsdorf mit einigen wunderbaren grossen alten höfen, zum teil noch von vor dem 30ig-jährigen krieg. die alte schmiede ist wegen waldbrandstufe 5 nicht in betrieb. andreas entdeckt eine werkstatt wie bei seinem opa henner: da wurden die maschinen mit treibriemen angetrieben. ein bauern-gemüsegarten lädt zum lustwandeln ein.

der ort hösseringen – viele der orte, durch die wir kommen – unterscheidet sich nur wenig vom museumdorf: alte höfe, viele liebevoll gepflegt. wir kehren im alten schulhaus ein, das einen alten dorfladen, cafe und zimmer beherbergt, unter dem motto : „brot, bett und buch“. im cafe gibt es eine regalwand mit büchern bis unter die decke. wir geniessen gemüseeintopf und nudeln.

die strecke von hösseringen nach bokel entpuppt sich als herausforderung: zuerst ein stück altes kopfsteinpflaster – zum glück gibt es bald einen kleinen schmalen seitenpfad…. dann auf schlechten schotter- und sandwegen durch den wald. irgendwann wird der sand so tief, dass an fahren nicht mehr zu denken ist – da gibt es wieder den einspur-seitenweg, diesmal aber mitten durchs gebüsch. wir schlingern uns zwischen geäst hindurch bis es ein wenig besser wird. das ganze erfordert konzentration und geht in die arme. ab bokel dürfen wir auf einer kleinen strasse radeln, dafür geht es für norddeutsche verhältnisse ganz schön auf und ab. hankensbüttel lassen wir schnell hinter uns, überqueren den elbe-seiten-kanal und quartieren uns in knesebeck im camping beim naturseefreibad ein.

eva kann endlich mal eine erfrischende grosse runde schwimmen. andreas geniesst als ersatz ein hefeweizen. leider müssen wir die frisch eingekauften pilze in der tasche lassen, der italiener am badesee macht zu leckere pizzen….

 

Örtzetal

22.08.2018 wietzendorf – munster (ohne ü) – müden – hermannsburg – oldendorf   50 km

nach munster müssen wir einmal um den truppenübungsplatz rumfahren. die schafstallkirche dort lohnt den weg: psalm 23 in abschnitten auf den offenen dachbalken, überm altar „du salbest mein haupt mit öl und schenkest mir voll ein“. wenn man sich dann umdreht, um wieder rauszugehen, kommt „gutes und barmherzigkeit werden mir folgen mein leben lang…“ – so soll es sein!  am südende des städtchens die alte heidekirche st. urbani, ein kleines schmuckstück in der altdorfanlage ollershof mit historischen gebäuden.

nun geht es am flüsschen örtze entlang durch sandige wälder auf sandigen wegen. der bikeline empfiehlt die route nur ohne gepäck – „finder“ sei dank geht es auch mit. ab und an schwimmen wir ein wenig im tiefsand, aber absteigen ist nicht nötig. interessant ist, dass wir auf der einen seite die flusstal-waldidylle haben, auf der anderen gleichzeitig die ganze zeit am zaun des militärgeländes entlangradeln mit vielen schildern „militärischer bereich.  unbefugtes betreten ist verboten“. in der ferne hören wir ständig schüsse. ein panzer und andere militärfahrzeuge fahren auf der gesperrten strasse neben uns. ausser einigen joggern begegnet uns niemand. wir radeln durch die dethlinger heide. vespern zwischen vertrocknetem heidekraut, kiefern und sand brot mit heidschnuckenschinken.  es ist ein heisser tag, wir können  nicht so schnell trinken wie wir durst haben.

der ort müden  mit schmucken fachwerkhöfen rund um die heidekirche mit richtigem steingewölbe. die strässchen sind grob gepflastert. hofcafe, touristenladen, wildpark, alles da.

hermannsburg ist ein geschäftiges städtchen, wir vertilgen einen heidelbeer-joghurt-eis-frappe, kaufen ein und machen uns auf zum naturcamping an der örtze, wenige kilometer südlich von hermannsburg. unterwegs zischen wir am bio-hofladen schnell eine kalte bionade weg – und am camping als erstes ein bier (andreas, alkoholfrei). duschen. chillen. blog.

nachher gibts pellkartoffeln mit quark und humus, dazu tomaten-avocado-salat.

Sole – Sand -Sonne

21.08.2018 Wietzendorf – Soltau – Wietzendorf  33 km

sandradeltour durch kiefernwälder, maisfelder, truppenübungsplatz, auenwald und idyllisches flüsschen statt an der B3 nach soltau. drei entspannte stunden in der soletherme, schön salzig, warm und leer. Ein bisschen bummeln und einkaufen im städtchen. kaffee teilen mit einer schar wespen. flottes zurückradeln. am abend gemeinsames essen mit martensons.

Heidesand

20.08.2018 holm-seppensen – undeloh – wilsede – schneverdingen – soltau – wietzendorf  70km

am morgen ab und an ein wenig nieselregen – wir sagen dazu „erhöhte luftfeuchtigkeit“. erst am nachmittag erwischt uns ein kleiner landregen, der regenjackentauglich ist – für 10 minuten…

wur radeln ungefrühstückt die ersten 14 km durch wald und heide bis uhndeloh, dort gibts brötchen mit rührei und lachs. die magdalenenkirche, einealte „heidekirche“ feldstein- und fachwerkbeu aus dem 12. jahrhundert hat einen dunklen gedrungenen holzturm daneben stehen.  wir kaufen heidschnuckenschinken, buchweizenhonig und bauernbrot.

dann geht es zum wilseder berg (169m) auf kleinen sandigen und steinigen heidewegen. die heide ist braunrötlich, dieses jahr einfachverbrannt und trotzdem eine schönheit gerade in ihrer kargheit mit den wacholdersträuchern, birken und kiefern. unsere „finder“schaffen natursteinpflaster, schotter und tiefsand ohne probleme -mit den alten tourenrädern hätten wir kilometerweit geschoben. vom wilseder berg hat man einen wunderbaren ausblick über wälder, heide und land.

in wilsede, einem autofreien museumsdorf, das die nichtradler mit der pferdekutsche erreichen – und das gleich busweise, – vertilgen wir eine sahnige buchweizentorte. mmm… die alten häuyer und ställe sind liebevoll restauriert.

wieder tauchen wir in die heidelandschaft und wald ein, an einem stillen moor vorbei zum sylvestermoorsee nach schneverdingen.

wir kürzen den leine-heide-radweg ab, lassen neuenkirchen aus und radeln direkt nach soltau über langeloh. in wolterdingen nehmen wir nochmal eine heidekirchemit, diesmal mit einem schönen schnitzaltarmitfiguren aus dem 15.  jahrhundert, aber das rahmenwerk modern aus den 1970er jahren. sehr gelungene kombination.

wir radeln flott durch soltau durch (morgen kommen wir wieder), am flüsschen böhme lang- und dannanstrengendnervig an der vielefahrenen B3 la g bis wietzendorf zum südseecamp. wir besuchen familie martensonaus unserer martin-luther-gemeinde, die auch hier urlaub machen. es wird ein schöner abend, vielen dank!