radlerweisheit

07.05.16 – st.andrews – tentsmuir forest – dundee – carnoustie – arbroath – 65 km

diesiger tag, wir haben beide etwas kopfweh. in st.andrews schlendern wir kurz über den farmers market, da wird fisch in rauchenden fässern unter jutesäcken geräuchert. wunderschöne fahrt durch den tentsmuir, ein naturreservat mit wald, dünen, sand, meerblicken, frühlingsgrün. also hier trotz teils schlechtem weg nicht die abkürzung nehmen. an einer der picknickbänke schlemmen wir vollkornbrote mit bio-brie und honig, yummie! leider kühlen wir im wind immer schnell aus und müssen weiter. am alten leuchtturm fahren wir in die tay-mündung rein, zur tay-road-bridge. sie ist 2,5 km lang, der radweg verläuft in der mitte zwischen den autospuren. am brückenende ist der versprochene aufzug „sorry, out of order“. wir müssen abpacken, taschen und räder eine schmale wendeltreppe runtertragen: grrrr… in dundee gehn wir kurz eine gaskartusche kaufen, ohne langes suchen. dann die fahrt durch den hafen, da muss man klingeln und sich ein tor öffnen lassen, damit man durch darf. am ende nochmal. wir sehen den hafen sozusagen von „hinten“. aber am samstag ist alles ruhig. nur ein grosses fähr- oder kreuzfahrschiff legt gerade ab. der radweg geht entlang der uferstrasse. überall stehen leute mit fotos, tüchern zum winken, sogar mit einer fahne, um das schiff zu verabschieden. an der hafenausfahrt ertönt das tiefe schiffshorn. man kann sich sehr gut vorstellen, wie das früher war, wenn die schiffe mit auswanderern ausgelaufen sind. sehr emotionale momente. unser weg geht immer am ufer entlang weiter, ein ganzes stück ist rechts auf einer halbinsel ein truppenübungsplatz, links ein golfplatz, dazwischen radweg und eisenbahn. also golfbälle von links und kugeln von rechts… tatsächlich ist die rote fahne oben, wir hören schüsse. aber mit „schnell weg hier“ ist nichts: es ist zwar absolut flach, dafür haben wir tüchtig gegenwind. schon der radler, der uns an der brücke angesprochen hat, sagte: aber da habt ihr gegenwind. radlerweisheit: der wind kommt immer von vorn. (uns kommt die idee einer rückenwind-radtour, also immer mit dem wind ins blaue…)  die strassen, gärten und häuser sind direkt ans meer gebaut, ohne deich. wir radeln immer mit blick auf wellen, möwen, dünen. die letzten 10 km ist es eher ein kampf gegen den wind. er macht dich einfach fertig. in arbroath gibt es keinen campingplatz, der zelte nimmt (entgegen den angaben im buch). die dame in der touristinfo schliesst gerade ab (5 uhr), aber sie gibt uns noch einige adressen. wir weichen aus ins old brew house: zimmer mit meerblick auf der einen, und hafenblick auf der anderen seite. wir fühlen uns ausgepowert, aber doch wie gewinner. regionale spezialität: smokie (warmer geräucherter schellfisch), für andreas lasagne mit pommes…

 

ein schöner tag

06.05.16 kinross – falkland – ceres – st. andrews – 62 km

2016-05-06-falklands-castlewir starten auf dem uferpfad am loch leven mit dichten mückenschwärmen – am besten, man stellt das atmen ein. dann erwarten uns laut karte vier steigungspfeile. es stellt sich heraus, dass der singeltrack um den lomond-hill herum nach einem kleinen anstieg stetig bergab führt, eine freude! haben die die pfeile falsch rum in die karte eingetragen, oder ist das wie mit dem linksverkehr? auf einem schmalen idyllischen pfad durch einen wald mit jungem birkengrün und blühenden heidelbeeren erreichen wir pillars of hercules – ein biobauernhof mit laden, cafe und campingplatz. da darf man auf keinen fall dran vorbeifahren. wir teilen uns einen brie-apfel-walnuss-crepes, salat und kuchen, kaufen ein: da gibts richtiges vollkornbrot!, offenes gemüse, alles was das bioherz begehrt. falkland ist ein wunderhübsches properes städtchen, nach ihm sind die falklandinseln benannt. am nachmittag dann gibt es höhenmeter. wir überqueren eine lange hügelkette: fronthill, cultshill, waltonhill. es ist wunderschön da oben – wald, ginster, schlehen, fasane, schweiss und viele schlaglöcher. schliesslich romantisch an einem kleinen fluss entlang, inklusive wasserfall. noch einmal ein fieser anstieg mit schiebestrecke, und dann rollen wir nach st. andrews hinunter, in eine kleine quirlige stadt. hier wurde übrigens golf erfunden. st. andrews holidaypark bietet uns einen platz mit meerblick – endlich wieder an der nordsee. wir machen noch einen abendspaziergang am strand, langsam wird es wieder kalt.

rückenwind und sonnenschein

05.05.16 edinburgh – inverkeithing – dunfermline – kinross – 53 km

perfekt beschilderte fahrt aus edinburgh hinaus, interessante wohngebiete, bald schon wieder sehr ländlich. die fahrt über die forthbridge imposant, aber gleichzeitig etwas unheimlich. zum glück nur wenig wind. sobald man den fuss auf den boden setzt, spürt man die starken vibrationen der brücke durch die autos.  da ist die schöne eisenbahnbrücke von 1890 (das foto ist für wolfgang!), dann die autobrücke (1964 beendete sie 700 jahre fährefahrten) und daneben wird gerade noch eine ganz neue brücke gebaut. am town loch finden wir ein schönes bänkle zum vespern, aber der wind bläst uns das brot aus der hand und die banane von der bank. schliesslich überqueren wir die cleish-hills. der lange anstieg, sonne und sogar rückenwind bringen uns zum ersten mal so richtig auf „betriebstemperatur“. moorlandschaft mit unverschämt hellgrünen lärchen, nadelwald und interesante felsen. die abfahrt zum loch leven lässt uns schottische highland-ansichten erahnen. im castle auf der insel von loch leven wurde maria stuart gefangen gehalten. wir machen früh schluss, auf dem gallowhill farmcamping in kinross, geniessen die nachmittagssonne – und da sind die ersten midges! wir kennen die ja aus kanada und wissen: da hilft nur kopf einziehen, chemie oder so lange dreckig bleiben bis sie dich nicht mehr finden…

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busse, burg und burger

03.03.und 04.05.2016 edinburgh

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zwei tage zeit für die stadt und die erledigungen. wir bummeln mit den hop-on-hop-off-bussen kreuz und quer durch edinburgh. apropos busse: so viele linienbusse haben wir noch nie im leben gesehen. im sekundentakt fahren die hohen doppelstocker an uns vorbei. wir zählen locket mal 9 stück hintereinander, nur ein einzelner armer radler dazwischen. andreas lernt, bei rot über die strasse zu gehen. sonst steht man bis zur beerdigung da…

wir besichtigen die royal yacht britannia: schräg, diese etiketten- und hierarchiewelt. da muss mann 8 mal am tag die uniform wechseln, und so. wir schauen ausführlich das castle an, das über der stadt thront: beeindruckende gebäude, wechselhafte geschichte, maria stuart hat auf diesem windigen felsen „residiert“. schlendern durch den grassmarket und die strassen der altstadt, mit vielen touri-kilt- und whiskyläden, aber auch interessanten boutiken und cafes.

wer in edinburgh seine klamotten sauberkriegen will, der gehe zur launderette in der 80 monrose terrace, die betreiberin ist sehr nett, inklusive tee, den man kriegt. in der rosestreet finden wir zwei outdoorläden und kaufen für eva eine neue therm-a-restmatte (die alte hat den geist aufgegeben, nach über 10 jahren) und für andreas ein zweites paar schuhe. dazu mückenspray – das braucht man, sowie es warm wird und nicht windet (was wir eigentlich hoffen, oder jetzt doch nicht?). abends haben wir uns in der gourmet-burger-kitchen oder im hardrockcafe mit turmhohen burgern vergnügt. wenn man nicht radfährt, muss man wenigstens ordentlich essen…

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firth of forth

02.05.16 haddington – longniddry – musselburgh – edinburgh – 38 km

nochmal direkt an die küste vor und am meer lang geradelt – natürlich wieder mit gegenwind –  weite ausblicke über die bucht firth of forth, die schottische küste hoch. dann ein stück am river esk entlang. wir radeln durch vororte und parks. zwischendurch eine bahnüberführung mit fahrradfreundlichen breiten treppen, da ereilt uns ein hagelschauer (die weiteren hagelschauer des tages erwischen uns zum glück beim kaffeetrinken und abendessen 🙂 ). am beeindruckenden vulkanfelsen arthurs seat vorbei (251 m hoch), durch einen langen dunklen tunnel, bis ins zentrum von edinburgh. übrigens, das muss man hier mal wieder sagen: die ganze strecke ist (fast) perfekt ausgeschildert, auch innerstädtisch. wow.  edinburgh ist auf den ersten blick ein imposantes gebäudeensemble und ein menschengewimmel. es sind ja beute noch bank holidays (immer der 1. und letzte montag im mai). mal sehn wie’s morgen aussieht. wir haben uns für die nächsten tage im travelodge einquartiert, da nimmt man die räder mit aufs zimmer.

 

wind wind sause

01.05.16 coldingham – pease bay – skateraw – dunbar – haddington – 50 km

2016-05-01-furtdurchquerung-1heute morgen wald, herrenhäuser und ein grosser windpark, dazu meerblicke und ein recht scharfer seitenwind, der armmuskelkraft fordert. runter in die kleine sandige, ginstergelbe peasebay – und da ist eine furt, alternativ eine brücke mit treppe! andreas opfert sich, zieht die socken aus und die croques an und schiebt die räder barfuss durch den fluss. andreas hat an solchen stellen ja immer den verdacht, dass da der „internationale verein zur verhinderung des fahrradverkehrs“ am werk ist. dunbar ein beschaulicher ort. ab hier drehen wir in den gegenwind, der uns das kilometermachen an der A199 vermiest. eva bekommt jetzt erst den sturz zu spüren: eine schulterprellung, natürlich rechts auf der eh schon lädierten seite. wir biegen ins river tyne tal (wir radeln natürlich oben), weite ausblicke, abgelegenes hailes castle. in haddington machen wir schlapp: plough tavern hotel. eva holt sich den fasan heute mal auf den teller. andeas testet eine weitere biersorte.

schottland, wir kommen!

30.04.16 belford – berwick upon tweed – eyemouth – coldingham – 70 km

IMG_20160430_150952-1ereignisreicher tag mit recht viel sonne. wundervolles dünenradeln am vormittag, teilweise auf gras-matsch-küstenpfad. wir machen schmalspur-yoga: mit höchster konzentration in der schmalen fahrspur bleiben. ziemlich kaltes dünenpicknick. dann macht eva einen abgang in die schlammpfütze: nass, dreckig, kalt, flaschenhalter glatt abgebrochen, aber sonst nix gebrochen. die bremse biegen wir wieder hin. die klamotten trocknen am mann, äh, an der frau. eva ist sauer. weiterradeln.

nächster event: wir erreichen schottland. erster blick auf die berge: die southern uplands sind schneebedeckt… wie gut, dass wir entschieden haben, an der küste zu fahren. aber wir bleiben nicht verschont: es geht gleich hübsch auf und ab, und dann immer mehr rauf und rauf, wir erklimmen die lamberton hills, oben sind wir auf 200 höhenmetern. treffen ein nettes paar auf rennrädern, die sind auch ziemlich langsam… die abfahrt super, trotz vieler tiefer schlaglöcher.  noch ein paar hügel, dann sind wir im crosslaw caravanpark. duschen, kochen, in der bar was trinken.

der erste tausender

29.04.16 amble – alnmouth – dunstan – bamburgh – belford/adderstone – 57 km

2016-04-29-brückenüberwindungder vormittag geprägt von wunderbaren stränden, dünen, meerblicken. wir radeln den küstenpfad… äh, von „radeln“ kann man nicht wirklich reden: wir hoppeln zwischen schafen durch, nehmen tiefsand, grobe steine, brückchen mit hohen stufen und viel matsche mit. aber dafür eben das panorama, sogar immer wieder mit sonne! in embleton feiern wir unsere 1000 km, natürlich mit tee mit milch und warmen scones mit cream und jam. jippie! wir haben noch nie 1000 km in 3 wochen gemacht, und das unter erschwerten bedingungen. andreas hatte heute konditionsabfall und konnte nicht gut atmen – ist aber wieder besser. am nachmittag zunehmend windböen, vor denen man sich in acht nehmen muss. den lenker gut festhalten! schöner blick auf dunstan castle und dann sehr beeindruckend: bamburgh castle, das wir halb umrunden, das meer schäumt im wind. die dame im kleinen laden hält uns für verrückt, was wir da machen. ihre kleinen tarte sehen lecker aus. wir machen es wie die beiden schweizer rolf und fritz, die uns entgegenradeln (sind grade in ostfriesland): wir lassen das zelt eingepackt. motelzimmer, das bedeutet heisse dusche, heizung und wie überall in england – das muss man mal erwähnen – ein wasserkocher, tassen, tee, kaffe, milch. prima.

warkworth castle

28.04.16 amble – warkworth – amble (10 km)

2016-04-28-warkworth-castle.jpgim b&b begegnen wir dem ersten reiseradler, einem holländer, der seit einem tag auch die schottische küste hochfährt. netter frühstücks-plausch. wir aber machen einen pausentag, das panorama-b&b ist so schön. amble ein hübsches städtchen. wir radeln ohne gepäck nach warkworth, um das castle und village zu besichtigen, inklusive spazierfährtchen am river coquet… wir packen ein ballast-abwurf-päckchen…. sitzen bei dauerregen am panoramafenster und gucken ins grau… selbst die hundebesitzer gehen nur ganz kurz raus…

 

 

echtes nordseefeeling

27.04.16 sunderland – new castle – blyth – amble – 78 km

der vormittag mühsam mit schnee und gegenwind, da kommt man nicht richtig in tritt. aber bei euch in deutschland ist es ja nicht besser. über den river tyne mit dem fährboot. dann geht es an der küstenpromenade entlang, kalt, windig, zwischendurch heisse schokolade mit sahne (!) und scones, an ein vesper draussen ist nicht zu denken. hinter blyth können wir kilometer machen entlang der autobahn. dann ab lynemouth ein wunderschöner weg durch die dünenlandschaft mit kühen, kleinen seen, verschlafenen gehöften und dörfchen, naturschutzgebiet. dazu aprilszenerie: rechts über dem meer blauer himmel, vorne schwarzgraue regenschleier, links sonnenschein. kurz vor amble ein regenbogen über dem meer. im coquetside-b&b in amble bekommen wir ein zimmer mit weitem panoramablick über den hafen und die ganze bucht, da bleiben wir doch gleich noch einen tag.