6000 an der schelde

22.08.16 gent – wetteren – dendermonde – wert – boom – rumst – walem – 100 km

hurraaa! heute haben wir die 6000 geknackt!!!! bejubelt uns und spendet fleissig fürs hospiz! jeder kilometer ist locker einen euro wert.

heute morgen noch einmal durch gent. dann immer entlang den windungen der schelde. meist auf dem deich oben. auenlandschaft, weiden, wiesen, auenwälder, verschlafene dörfer und auch mal ein schloss ziehen an uns vorbei. es ist ruhig, nur eine ganze reihe rennradler begegnen uns. nur zwei mal reiseradler. die schelde ist fast leer, so nieder ist der wasserstand. kein boot in sicht. irgendwann fahren wir an dem grossen ponton mit bagger, der die fahrrinne ausbaggert. ach so… wir reimen uns zusammen, dass der fluss geperrt ist. aber die fähre nach sint amands verkehrt trotzdem und bringt uns auf die andere seite. später nochmal über die rupel, an die wir von der schelde wechseln. hier gibt es endlich schiffe!

in rumst wechseln wir noch schnell an die nete – und dann sind wir schon an der domein rozendaal, vor der revolution ein franziskanerkloster, von dem aber ausser einem riesentor nichts mehr übrig ist, und das heute ein jugendheim und camp ist. sehr netter empfang, ruhiger natürlicher platz, mit einem fietscafe dabei, bei dem wir tatsächlich für unsere restlichen acht euro jeder zwei getränke kriegen.

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die schelde
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huldigung nach 6000 km
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heute hier, morgen dort….

 

 

stadterlebnis gent

21.08.16 brügge – gent – 48 km

unspektakuläre kanalradfahrt nach gent, immer wieder ein regenguss dazwischen. bei der anfahrt zum blaamersen-camping geraten wir mitten in einen grossen triathlon hinein. huch, die vielen radler und läufer, wir kommen nicht nicht durch. müssen die bahn im laufschritt überqueren. nach der „installation“ auf dem campingplatz radeln wir nach gent rein, bummeln, schauen die kirchen an. das grosse sammelsurium über die jahrhunderte aufgelaufener reliquien, gemälde, statuen, altäre ohne klare linie verwirrt uns immer mehr. man kommt da nicht zur mitte. um einen blick auf das berühmte lamm gottes von van eyck werfen zu dürfen, zahlt man/frau vier euro – das machen wir nicht mit…

zum abschluss eine grachtenfahrt, das ist immer das beste für den gesamteindruck. aber mit brügge kann gent nicht mithalten.

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gent – das graue haus rechts ist aus dem 12. jahrhundert
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st. niklaas – ausschnitt ohne zu viel geraffel
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an der leie

 

 

 

brügge(n)-tag

20.08.16 brügge

was ist das für eine pulsierende stadt! natürlich ist samstag, aber hier ist wirklich was los. das beginnt mit der strassenreinigungsarmada am morgen, als wir auf dem weg zur grachtenfahrt sind. die entpuppt sich als vergnügen der echt fröhlichen art. unser bootsführer hat zu jedem gast eine launige bemerkung in seiner landessprache („stuttgart – ach je… der vfb stuttgart steht ja gerade nicht so gut….“). und dann kurven wir los, neben vielen anderen booten. brügges gesamte altstadt ist weltkulturerbe. man kann in einer reihe sieben häuser nebeneinander aus verschiedenen jahrhunderten und baustilen bewundern. jede strasse und jede gasse bringt neue anblicke. dazwischen menschen aus aller herren länder und das heimatsprachengemisch aus holländisch und französisch. es wimmelt. viele andenkenläden, noch mehr gaststätten und cafes. die kirchen sind innen für unseren geschmack eine etwas schräge mischung von religion und museum, altären, gemälden, grabsteinen aller jahrhunderte. hier ist es wieder sehr katholisch, im gegensatz zur niederländisch-reformierten schlichtheit. mittags haken wir die belgische waffeln und schokolade ab. ja: brügge hat 55 (!) schokoladeläden, die wir sicherheitshalber nicht betreten. brügge ist eine reise wert, das haben wir bei unserem kurzbesuch heute gesehen.

irgendwann sind wir platt. mittagspause im hostel. heute haben wir ein anderes zimmer, mit stuhl! zum abendessen nochmal raus. abhängen in der hostelbar.

 

 

we did it!

19.08.2016 middelkerke – koksijde-bad – westende – oudenburg – brügge – 80 km

nach 26 kilometern am morgen ist unsere nordseerunde endgültig an ihrem ziel angelangt: um 13:30 uhr nach 5851 kilometern in koksijde an der strandpromenade. der himmel weint ein wenig. wir brechen nicht in einen freudentaumel aus, sondern sind eher ein wenig melancholisch. es ist seltsam, dass dieser weg nun am ziel ist. es fühlt sich wirklich mehr wie ein ende an. das ziel, das war der weg selbst. da ist auch kein schild, keine blaskapelle, nur ein paar junge mädchen, die ein foto von uns machen. trotzdem trinken wir ein glas champagner zu diesem anlass. wir fordern euch auf: macht es uns alle nach!

wermutstropfen im erfolg: heute ist das passiert, was nicht sein sollte. unglaublich, aber wahr: an eva’s rohloff-nabe ist ein stück abgebrochen. wir mussten die eine speiche rausnehmen und die anderen nachspannen lassen. das kann man nicht reparieren. nach rücksprache mit velotraum haben wir gewicht verlagert. eva muss jetzt vorsichtig fahren (was ihr schwer fällt). mal sehen, wie lange es gut geht… dann sehn wir weiter, das lassen wir auf uns zukommen. aber es ist nicht mitten in den norwegischen bergen passiert!

manche sind sehr neugierig, wie es nun weiter geht, da wir ja noch zeit „übrig“ haben. die nordseerunde ist zuende, aber die raderfahrung geht weiter! am nachmittag sind wir mal kurz noch nach brügge gefahren, immer am kanal entlang, easy und schnell. der erste eindruck: wow. brügge ist gigantisch. jetzt sitzen wir im st. christopher’s inn hostel in der bar. hostel-atmosphäre: etwas heruntergekommen, kein stuhl im zimmer, aber sauber und entspannt – und in der altstadt.

von hier aus soll es erst mal auf der flandern-route weitergehen, bis nach maastricht und dann aachen. also bleibt am ball, was wir morgen und übermorgen zu erzählen haben.

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brügge – erster eindruck

zwei fietser in belgien

18.08.16 zoutelande – vlissingen – breskens – oostende – middelkerke -83 km 

die letzten kilometer in zeeland, wir geniessen sie auf der dünen-radautobahn, inklusive einige steigungen, äh, hügelchen. interessant: hier gibt es „strandcamping“, schicke campinghütten direkt auf dem strand. wir stellen uns vor, wir sind die ersten und die letzten am strand, und wenn’s voll wird, gehen wir ins hinterland.

das örtchen retranchement hat ein kriegsdenkmal an einen kanadischen searganten mit seiner truppe, der hier im harten kampf um jeden meter land nach der landung in der westerschelde umkam.

dann sind wir in belgien. keine schranke, kein schild, aber wir merken es sehr deutlich: der radweg ist schlagartig nur noch halb so breit und die qualität wesentlich schlechter. an den kreuzungen rätseln wir, wie wir sie jetzt überqueren sollen. wir würden mal sagen: standard wie in deutschland. aber wir sind nun anderes gewohnt… wir können nur sagen, jede/r radfahrer/in und vor allem jede/r verkehrspolitiker/in oder städtischer verkehrswegeplaner usw. muss erst mal in den niederlanden radfahren gehen. übrigens: jetzt begegnen wir keinen anderen reiseradlern mehr…

und die belgische küste? die ist ja sehr kurz, und die belgier haben in dieses kleine stück nordseeküste, das sie haben, alles reingebaut, was nur möglich ist. da ist ein schmaler streifen sandstrand, auf dem reihenweise weiss gestrichene strandhüttchen aufgebaut sind, dann kommt eine breite gepflasterte promenade, eine strasse und dann die riesigen häuserblocks. und das geht kilometerweise so. ist ein ort zuende, kommt ein kurzes stückchen „landschaft“, dann der nächste ort und promenade. dazwischen der riesige hafen und industriegebiet zeebrugge.

auf den promenaden sind alle kreuz und quer durcheinander unterwegs: fussgänger, radler, rollstuhlfahrer, riesenkettcars, radfahrer mit seiner frau hinten im anhänger, mini-segways, und die kellner der restaurants queren mit ihren tabletts radweg und promenade von der küche zur terrasse am strand hin und her. darüber hinaus sind neben der promenade plastikspielplätze, buden und bühnen aufgereiht. „das ist der itzibitzitiniwini, honolulu strandbikini“ schallt ein alleinunterhalter von der bühne, natürlich das ganze auf holländisch. auch in oostende geht der bär ab. es ist so voll, dass man kaum mehr vernünftig radeln kann. wir sind tendenziell paralysiert und fühlen uns wie im falschen film. das ist ja nordsee zum abgewöhnen. wir sehnen uns nach pellworm zurück, in die ruhige idylle. lieber karl und marieluise, geht nicht woanders hin.

in middelkerke machen wir für heute schluss. der campingplatz hat keine so gute luft, dafür sind die duschen richtig teuer. wir lassen uns nicht drausbringen. kochen uns ein leckeres essen und chillen.

 

 

 

zeeland kennenlernen

17.08.16 rockanje – insel goree-overflakee – insel schouwen-duiveland – insel noord-beveland – insel walcheren: zoutelande – 100 km

zeeland, der südliche teil der niederlande, ist entdeckenswert. er ist der schönste teil, den die niederländische küste bietet. da sind wellige dünengebiete, einmal sogar mit einem anstieg, bei dem wir schieben müssen. kilometerlange schöne breite sandstrände, die allerdings auch anderen gefallen, sie sind völlig überlaufen, man denkt, man wäre an der adria. schattige dünen-laubwälder. pittoreske dörfer. goedereedes dorfplatz mutet fast französisch an, eine kleine altmodische bäckerei hat leckere kekse. dazwischen müssen wir vier abschlussdeiche überqueren, zweimal mit riesigen schleusenanlagen, bzw. sperren, die den wasserzu- und -abfluss regeln. die osterschelde zum beispiel ist ein grosser wassernationalpark.

am ende bekommen wir auf dem dritten campingplatz in zoutelande einen notplatz. alle anderen sind überlaufen. das passiert uns zum ersten mal. das plätzchen ist dafür ruhig und privat.

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goedereke

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der kreis schliesst sich

16.08.16 katwijk – hoek van holland – jangtzehaven – rockanje – 57 km

flotte dünenfahrt am vormittag. die sonne brezzelt den ganzen tag. das niederländische dünengebiet ist wirklich riesig, sehr breit auch. zwischendurch schöne kleinere wälder mit kiefern und eichen. nur die orte sind mit ihren riesigen bettenburgen abschreckend. an den haag düsen wir vorbei. dann werden die dünen schmaler, es tauchen riesige gewächshausanlagen auf – und schwupps, stehen wir am stena-kai in hoek van holland, wo wir vor genau 131 tagen und 5642 kilometern gestartet sind. seltsamer moment. zur feier des tages verspeisen wir am imbiss kibbelinge mit remoulade.

doch wir sind noch nicht am ende. noch heisst es nicht „we did it“. denn da sind noch zuidholland und die belgische nordsee. also steigen wir in die speed-ferry hinüber zum jangtzehaven. das ist eine fährfahrt der anderen art. wir kommen aus dem grinsen nicht mehr raus. wir steigen in die volle fähre ein, mit vielen fahrrädern und hoffen, dass wir noch mitgenommen werden. aber das ist keine frage. nach uns düsen immer nochmal leute heran: ein roller, ein krankenfahrstuhl, einige radler und dann lässt er nochmal die klappe runter für eine familie mit einer ganzen reihe von kindern. man kann nicht mehr umfallen. die zwei „fährschaffner“ schaufeln alle rein, binden alles fest, kassieren unter viel lachen ab. sie sind ansteckend gut drauf. ebenso gut kommen wir auch wieder runter.

die fahrt geht mitten durch den neuen rotterdamer hafen. das ist wieder eine andere erfahrung. industrie, lastwagen, containerhafenanlagen, eine riesige nagelneue müllverbrennungsanlage. über den damm, und wir sind auf der halbinyel voorne. wieder in einer ganz anderen welt: naturdünen mit kleinen seen, dörfchen, beschaulich. hier ist das vordelta, ein grosses schutzgebiet im untiefen gewässer mit sandbänken und tiefen wasserrrinnen.

auf dem waterbos camping machen wir halt, denn heute ist mal wieder die waschmaschine dran, sehr dringend…. am abend geniessen wir  heute eine flasche südafrikanischen rose.

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nochmal dünenlandschafts
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speedfähre mit drive
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industrie im hafengebiet

 

schnellfahrtrasse

15.08.16 bloemendaal – haarlem – zandvoort – katwijk aan zee – 45 km

den vormittag widmen wir haarlem: frühstück in einem cafe, bummel zur und in die grote kerk, es übt grade jemand orgel. das ist die zweite kirche mit einer holzgewölbedecke und einer cafeteria drin. der boden besteht vollständig aus alten grabplatten.  dann eine bootsrundfahrt über die grachten. die altstadt haarlems ist wirklich sehenswert. es gibt auch richtige wohnboote, neben all den jachten und hausbooten.

nochmal was zum radfahren: der kellner vom cafe ermahnt uns, unsere fahrräder richtig abzustellen, weil wir sonst einen strafzettel kriegen. und prompt kommt eine halbe stunde später der „politesser“ vorbei. auch zwei polizisten auf fahrrädern sind unterwegs. wir stellen unsere räder dann in einer bewachten fahrradgarage ab. die gibt es in den städten, auch in hoorn hatten wir eine. in haarlem gibt es gleich mehrere. sie kosten tagsüber nichts. das muss man sich erst mal auf der zunge zergehen lassen. zum ausgleich ist im lokal die kaffeetasse etwas kleiner und kostet dafür etwas mehr.

die fahrt nach katwijk geht durch die dünen, zum teil sogar auf und ab. der radweg ist sehr gut und belebt. es ist eine art radlerautobahn. wir ziehen alle ab, inklusive pedelecs, bis auf ein paar rennradler. wenn das beladene rad mal richtig rollt und die trägheit der masse überwunden hat, ist es nicht mehr zu halten. man kriegt einen geschwindigkeitsrausch, unter 25 km/h kommen einem wie zeitlupe vor.

zandvoort hat einen strand mit promenade, wie wir es nicht so lieben. aber erst in noordwijk und katwijk kommt es dicke: riesige hochhäuser und hotelanlagen, unten an der strasse ein restaurant am anderen. dazu ein auto am anderen. diese ferienburgen beschleunigen unsere fahrt noch mehr. trotzdem machen wir am ortsende von katwijk schluss, denn der nächste camping kommt erst in 25 kilometern.

fietsers hebben voorrang

14.08.ü16 kraaienburg – hoorn – alkmaar – egmont – beverwijk – bloemendaal – 85 km

wir sind nicht mehr allein. noch nie haben wir soo viele mitradler gehabt wie heute: hunderte fietsen, vom kinderlastenrad über die unzähligen hollandräder, pedelecs und e-bikes, bis zum rad mit kanuanhänger, auch fahrrad mit pferd, alles dabei. wow! und die fahrradwege sind so angelegt, dass sie das alles fassen können, inklusive der bromfietsen, der klassischen fahrräder mit hilfsmotor, mopeds und krankenfahrstühle. meist sind es reine radwege, zweispurig und jede spur so breit, dass zwei räder nebeneinander fahren können, was hier auch erlaubt ist. die fussgänger haben meist davon getrennte eigene wege. und das ganze auf beiden strassen seiten, in jeweils beide richtungen. die radstrassen haben oft vorfahrt vor den kreuzenden autowegen. es heisst „fahrradstrasse, autos sind zu gast“. strassenüberquerungen, kreuzungen und kreisverkehre sind so gestaltet, dass man nicht absteigen muss. alles ist hervorragend ausgeschildert. die fähre in beverwijk hat zwei radspuren rechts und links, nur eine autospur in der mitte. aufpassen muss man weniger auf die autos als vielmehr auf die anderen radler. hier ist auf den wegen heute richtig was los, sonntag!

dazu kommt noch etwas rückenwind, wir brausen nach alkmaar, an zehn windmühlen vorbei, eine schöner wie die andere und bewohnt. die stadt hat enge gassen, hübsche grachten, ein orientalisch anmutendes stadhuis und eine grote kerk mit cafeteria und einer fotoausstellung mit bildern von geflüchteten.

und dann kommen die dünen. richtig „hohe“ berge, für niederländische verhältnisse, bis zu 55 meter hoch. sanddornbüsche und niedrige eichen. die leute sammeln blaue brombeeren, die dicht am boden wachsen. der südliche teil ab ijmuiden ist der nationalpark zuid-kennemerland. da muss man sogar drei gänge runterschalten, weil’s hoch geht.

der bloemendaal-camping ist voll, aber für radler haben sie immer einen platz. gott sei dank.

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alkmaar

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niederländische dünen

 

 

 

 

 

 

unter dampf

13.08.16  kraaienburg – hoorn – medemblik – und zurück

ausschlafen. frühstück. deichradeln nach hoorn. einsteigen in die stoomtram nach medemblik. mit der blankgewienerten dampflok zuckeln wir im holzwaggon die 20 kilometer nach medemblik. dafür braucht die lok 240 kg kohlen und 2000 liter wasser. puhh! alles ist echt: die bahnhöfe mit alten gepäckwagen und wartesälen. die telegrafenmasten mit porzellanisolatoren. die rote fahne, die an den übergängen geschwenkt wird. der postwagen mit postbüro und postbeamten in uniform, der aus dem zug springt und am bahnhof den briefkasten leert, mit dem postsack in den zug zurückeilt. der wagen mit den milchkannen. die fahrkarten, die abgeknipst werden. alle winken bei  der abfahrt. ein oldtimer fährt mit kindern parallel zum zug, bei der nächsten station dürfen die kinder in den zug umsteigen und andere im oldtimer fahren. ein bummel in medemblik. heute kibbelinge zum mittagessen: das ist fish and chips in kleinen stückchen, ähnlich wie chickennuggets. die panade ist lecker. andreas findet, so kann man fisch essen.

der bummel in hoorn nach der rückkehr ist schräg, denn es ist kirmes. und die ist tatsächlich in der ganzen stadt verteilt. die grossen fahrgeschäfte zwischen den häusern. stellt euch vor, das stuttgarter volksfest wäre auf der königsstrasse aufgebaut. wir kaufen ein – nochmal schräg: hier werden keine 1- und 2-cent münzen akzeptiert, wir zahlen 2 cent mehr. getränkeflaschen (1/2 liter) sind ohne pfand. wir verabschieden uns schnell aus dem rummel und lärm. ruhiger abend auf dem campingplatz.

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